Brüssel 07. Mai 2026

Belgiens Justiz erzürnt Israel und USA

Belgien sieht sich wegen der strafrechtlichen Verfolgung von jüdischen Beschneidern (Mohalim) scharfer Kritik der israelischen und amerikanischen Regierung ausgesetzt.   

Mit der geplanten Anklageerhebung reihe sich Belgien zusammen mit Irland in eine kurze und schändliche Liste von Ländern ein, die das Strafrecht einsetzten, um Juden für die Ausübung des Judentums zu verfolgen, kritisierte Israels Aussenminister Gideon Saar nach dem Bekanntwerden einer Verfahrensentscheidung der Staatsanwaltschaft in Antwerpen.
Der US-Botschafter in Belgien, Bill White, erklärte, die Regierung von Präsident Trump verurteile das Vorgehen. Es sei eine Schande für Belgien und werde von den USA nicht toleriert werden. Er teilte zudem mit, dass einer der verfolgten Mohalim Amerikaner sei und dass man Belgien so lange als antisemitisch betrachten werde, bis die Sache geklärt sei.
Die Staatsanwaltschaft in Antwerpen hatte zuvor die Entscheidung getroffen, die mutmasslich von den Männern vorgenommenen Beschneidungen Minderjähriger als vorsätzliche Körperverletzung und illegale Ausübung einer ärztlichen Tätigkeit einzustufen. Sie sollen sich deswegen nun vor Gericht verantworten müssen. Ob das Verfahren zugelassen wird, soll im nächsten Monat entschieden werden.
Bei den rituellen jüdischen Beschneidungen wird Jungen meistens acht Tage nach der Geburt die Vorhaut entfernt, die die Eichel des Penis umschliesst. Sie sind in Belgien nicht grundsätzlich verboten. Die Eingriffe dürfen aber nur von Personen mit anerkannter medizinischer Ausbildung vorgenommen werden. In dem Antwerpener Fall geht es um den Verdacht, dass Mohalim Beschneidungen ohne eine solche Ausbildung vorgenommen haben. Der US-Botschafter White forderte die belgische Regierung auf, eine Zertifizierungslösung für Mohalim zu finden.
In Deutschland dürfen in den ersten sechs Monaten nach der Geburt eines Kindes neben Ärzten auch Personen eine Beschneidung durchführen, die eine von einer Religionsgesellschaft anerkannte Ausbildung dafür haben.
 

Redaktion