Unterstützung für den Republikaner Mike Rogers im Senats-Rennen gegen Abdul El-Sayed.
Eine Wahl-Unterstützung durch die pro-israelische AIPAC wird auch für Konservative angesichts der sinkenden Sympathie für Israel zumal bei jüngeren Rechten politisch riskant. Damit wird nachvollziehbar, dass Mike Rogers, der republikanische Senats-Kandidat in Michigan, im August bei AIPAC einen Verzicht auf weitere Interventionen gegen seinen demokratischen Konkurrenten Abdul El-Sayed gefordert hat.
Doch nun mischt AIPAC über die Wahlorganisation «United Democracy Project» (UDP) wieder mit in Michigan. Drei Wochen vor den Stimmgängen investiert das Super-PAC knapp 100'000 Dollar für Postwurf-Sendungen gegen El-Sayed. Dies wurde am Wochenende durch neue Daten zur Wahlkampffinanzierung bekannt. Kurz zuvor hatte Rogers bei einer hitzigen TV-Debatte gegen El-Sayed die Unterstützung durch AIPAC öffentlich begrüsst.
Die Werbesendungen sollen an 130.000 als jüdisch identifizierte Haushalte gehen. Rogers liegt bei Umfragen hinter El-Sayed zurück, doch dieser stösst aufgrund seiner aggressiven Kritik an Israel auf Skepsis auch bei jüdischen Linksliberalen. Die Flyer attackieren El-Sayed als Sympathisanten von Hamas und Hisbollah. Das UDP hatte im Sommer vergeblich über 30 Millionen Dollar aufgewendet, um El-Sayed bei den Vorwahlen der Demokraten auszuschalten.
Rogers und seine Partei diffamieren El-Sayed als Muslim, Judenhasser und Terror-Unterstützer. Er nehme jede Unterstützung gerne an, der seiner Kampagne gegen einen «Unterstützer der Muslimbruderschaft» helfen wolle, so Rogers während der Fernsehdebatte am Donnerstag. El-Sayed unterbrach ihn und betonte, er habe den Terrorismus sehr wohl verurteilt.
Rogers legte am Freitag bei einer Wahlkampfveranstaltung gemeinsam mit Senator John Kennedy aus Louisiana nach und warf El-Sayed vor, er sei extrem «antijüdisch eingestellt». Kennedy behauptete, der Demokrat würde «ein Bin-Laden-Trikot als Nachthemd tragen». El-Sayed bezeichnet seinen Konkurrenten als verzweifelt: «Es liegt auf der Hand, dass Mike Rogers in der Klemme steckt, wenn er AIPAC anfleht, Geld gegen mich einzusetzen» (Link).