Köln 04. Sep 2026

Jüdisches Köln neu erleben

Mit einem immersiven Audio-Walk macht das Junge Theater Köln die jüdische Geschichte der Stadt von der Antike bis in die Gegenwart erfahrbar. Das von Regisseurin Svetlana Fourer geleitete Projekt «Kölns jüdische Geschichte» verbindet Theater, Musik, Video und Augmented Reality mit historischen Originalschauplätzen. Der erste Teil führt während rund 90 Minuten durch die Kölner Altstadt. Mehr als ein Jahr lang sichtete das künstlerische Team historische Quellen und führte Gespräche mit Historikern und Zeitzeugen. Einbezogen wurden unter anderem Schriften des jüdischen Chronisten Salomo bar Simeon. Im ehemaligen jüdischen Viertel begegnet das Publikum gemeinsam mit Performern und dem Musiker Matthias Bernhold Spuren jüdischen Lebens. Die Zeitreise reicht von der ersten jüdischen Gemeinde nördlich der Alpen in der Antike bis zur Vertreibung der Kölner Juden im Jahr 1424. Im Frühjahr 2027 soll der zweite Teil folgen. Er widmet sich der Gründerzeit, dem Nationalsozialismus und der Gegenwart. Im Mittelpunkt stehen die Geschichten der Kölner Familien Löwenstein, Rosenwald und Schönenberg. Dafür wurden unter anderem Interviews mit Mary Beer, der Tochter der Shoah-Überlebenden Trude Löwenstein sowie Archivmaterial des NS-Dokumentationszentrums verarbeitet. Junge jüdische Menschen erzählen zudem in Filmen von Zugehörigkeit, Alltag und ihrem Verhältnis zur Stadt.

Samstag, 5. September, 19.00 Uhr, Kölner Altstadt, genauer Treffpunkt wird vorab bekannt gegeben, Köln.
www.junges-theater-koeln.de

Emily Langloh