Seth Rogen schlägt in «Die Einladung» leisere Töne an. Der jüdisch-kanadische Schauspieler, der vor allem mit Komödien wie «Beim ersten Mal», «Superbad» oder «Ananas Express» bekannt wurde, übernimmt in der neuen Regiearbeit von Olivia Wilde eine ungewohnt zurückhaltende Rolle. «Die Einladung» ist das US-Remake der spanischen Komödie «Sentimental» aus dem Jahr 2020. Im Mittelpunkt steht ein Ehepaar, dessen Beziehung nach Jahren der Routine festgefahren ist. Rogen spielt den Lehrer Ross, der einst vom Erfolg als Musiker träumte, inzwischen aber ein anderes Leben führt. Gemeinsam mit seiner Frau Angela, gespielt von Olivia Wilde, nimmt er eine Einladung des Nachbarpaares an. Was zunächst wie ein gewöhnlicher Abend beginnt, entwickelt sich zu einer ebenso komischen wie unangenehmen Auseinandersetzung über Liebe, Sehnsüchte und verpasste Chancen. Neben Rogen und Wilde gehören auch Penélope Cruz und Edward Norton zur Besetzung. Das Drehbuch von Will McCormack und Rashida Jones baut die Figuren gegenüber dem spanischen Original weiter aus und verleiht ihnen mehr Tiefe, ohne die Grundidee aufzugeben. Besonders Rogen wird von Kritikern hervorgehoben. Statt seines sonst typischen Humors setzt er auf eine ruhige, nuancierte Darstellung eines Mannes, der mit den Enttäuschungen des Älterwerdens ringt. Beobachter sprechen von einer seiner bislang stärksten schauspielerischen Leistungen und bringen ihn sogar als möglichen Kandidaten für die Oscar-Saison ins Gespräch. Obwohl Rogen zu den bekanntesten jüdischen Schauspielern Hollywoods zählt, spielt seine jüdische Identität im Film keine Rolle. Im Zentrum stehen stattdessen zwischenmenschliche Beziehungen und die Frage, wie Paare mit unerfüllten Träumen und eingefahrenen Mustern umgehen.
Seth Rogen
17. Jul 2026
Ernsthaft
Emily Langloh