Repräsentantenhaus verabschiedet die dauerhafte Einführung der Sommerzeit.
Gestern Mittwoch hat das US-Repräsentantenhaus mit einer parteiübergreifenden Mehrheit den auch von Präsident Trump unterstützten «Sunshine Protection Act» verabschiedete. Dieses Gesetz sieht die dauerhafte Einführung der Sommerzeit vor. Orthodoxe Organisationen haben das Vorhaben beharrlich kritisiert.
Das Gesetz wurde im Repräsentantenhaus mit 308 zu 117 Stimmen angenommen; 95 Demokraten und 22 Republikaner stimmten dagegen. Das Thema war für Trump allem Anschein aufgrund seines Hintergrundes in der Hotel- und Resortbranche, die den Zeitenwechsel aus wirtschaftlichen Gründen ablehnt, von grosser Bedeutung. Zudem hatte die konservative Fraktionsführung die Novelle in ein zwingend zu verabschiedendes Gesetzspaket zum Verkehrswesen integriert, das zuvor in Ausschüssen nahezu einstimmige Unterstützung fand.
Rabbiner AD Motzen von der «Agudath Israel of America» teilte dem «Jewish Insider» jedoch mit, Strenggläubige blieben trotz der Popularität der Abschaffung der Zeitumstellung besorgt: «Wir befürchten, dass die Einführung einer dauerhaften Sommerzeit für das gesamte Land Kinder gefährden und unsere religiösen Bräuche beeinträchtigen wird.» Denn dann würde die Sonne in Teilen des Landes über mehrere Wochen hinweg erst nach 9 Uhr morgens aufgehen. Dies berge potenzielle Gefahren für Schüler, die ihren Schulweg im Dunkeln zurücklegen müssten.
Zudem warnte er, dass die Ausweitung der Sommerzeit «eine enorme Belastung für praktizierende Juden» darstellen würde, da es «ausserordentlich schwierig – wenn nicht gar unmöglich – wäre, pünktlich zur Arbeit zu erscheinen». Daneben wäre der Unterrichtsbeginn an jüdischen Schulen betroffen.
Orthodoxe hoffen nun auf den Senat, wo es ebenfalls einige lautstarke Kritiker des Vorhabens wie den Republikaner Tom Cotton gibt, der bereits «entschiedenen Widerstand gegen diese Massnahme» angekündigt hat (Link).