Im Haifa City Museum ist derzeit die Ausstellung «Transportable» der Künstlerin Faina Feigin Landau zu sehen. Die Schau widmet sich den provisorischen Caravan-Siedlungen, in denen in den frühen 1990er-Jahren zahlreiche Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion und Äthiopien untergebracht wurden. Die Ausstellung verbindet persönliche Erinnerungen mit gesellschaftlicher Geschichte. Gezeigt werden Quilt-Arbeiten, Animationen, Malerei sowie ein digitales Gemeinschaftsarchiv mit Fotos und Erinnerungen ehemaliger Bewohnerinnen und Bewohner. Die heute in Israel weitgehend vergessenen Caravan-Siedlungen waren eine direkte Folge der grossen Einwanderungswelle der 1990er-Jahre. Damals wurden rund 30 000 mobile Wohncontainer in verschiedenen Teilen Israels errichtet, darunter auch in Haifa. Aus den provisorischen Unterkünften entstanden ganze Gemeinschaften mit eigenen sozialen Strukturen und Erfahrungen. Faina Feigin Landau kam selbst als Kind aus der ehemaligen Sowjetunion nach Israel und wuchs im Caravan-Viertel Neve Carmel in Haifa auf. Das Quartier existiert heute nicht mehr; an seiner Stelle entstand später ein modernes Wohngebiet. Die Erinnerungen an das frühere Leben dort seien aus dem öffentlichen Bewusstsein weitgehend verschwunden, heisst es in der Beschreibung der Ausstellung. Für das Projekt führte die Künstlerin Gespräche mit ehemaligen Bewohnern ähnlicher Siedlungen im ganzen Land und sammelte persönliche Zeugnisse und Fotografien.
Bis Montag, 31. August, Haifa City Museum, 11 Ben Gurion Avenue, Haifa.
www.hcm.org.il
Haifa
29. Mai 2026
Erinnerungen in Containern
Emily Langloh