Noga Erez 17. Jul 2026

Dokumentiert

Die israelische Musikerin Noga Erez steht im Mittelpunkt des neuen Dokumentarfilms «Noga», der am Wochenende beim Jerusalem Film Festival seine Israel-Premiere feierte. Der 95-minütige Film der österreichischen Brüder Benjamin und Jono Bergmann begleitet Erez und ihren Lebens- und Musikpartner Ori Rousso über mehrere Jahre, von internationalen Tourneen bis zu persönlichen Krisen. Zuvor war der Film bereits beim Tribeca Festival in New York und beim Filmfest München zu sehen. Die Dokumentation gewährt ungewöhnlich intime Einblicke in das Leben des Künstlerpaares. Im Zentrum stehen nicht nur die Arbeit an ihrem Album «The Vandalist», sondern auch die Geburt ihres ersten Kindes, Spannungen in der Beziehung sowie die Auswirkungen des Kriegs auf ihr Privat- und Berufsleben. Gedreht wurde im Stil einer beobachtenden Dokumentation, die ohne Interviews oder Kommentare auskommt und den Alltag der beiden begleitet. Bei der Premiere in Jerusalem zeigte sich Erez bewegt. Die Vorführung vor einem israelischen Publikum sei ihr besonders wichtig gewesen. Gleichzeitig scherzte sie nach dem Film, nachdem das Publikum nun alle intimen Details ihres Lebens kenne, sollten die Zuschauer ihrerseits etwas von sich erzählen. Die 1989 geborene Sängerin zählt zu den international erfolgreichsten Musikerinnen Israels. Mit ihrer Mischung aus Elektropop und Hip-Hop trat sie in diesem Jahr als erste israelische Solokünstlerin beim Coachella-Festival auf. Seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 spricht Erez immer wieder über die Herausforderungen, als israelische Künstlerin international aufzutreten. Der Film zeichnet dieses Spannungsfeld ebenso nach wie ihren Weg zwischen wachsendem Welterfolg, familiären Veränderungen und den Folgen des Kriegs.

Emily Langloh