Die Historikerin Anna Hájková ist mit dem National Jewish Book Award ausgezeichnet worden, wie der Jewish Book Council bekannt gab. Hájková erhielt den Preis in der Kategorie Holocaust Studies für ihr Buch «Menschen ohne Geschichte sind Staub. Queeres Verlangen im Holocaust». Der National Jewish Book Award gehört zu den traditionsreichsten Auszeichnungen für jüdische Literatur in den USA. Er wird seit 1950 vom Jewish Book Council vergeben, einer Non-Profit-Organisation mit Sitz in New York. Zu den früheren Preisträgern zählen unter anderem die Historiker Marion Kaplan, Christopher Browning und Götz Aly. In ihrem Buch untersucht Hájková einen lange marginalisierten Aspekt der Holocaust-Forschung: das gleichgeschlechtliche Begehren unter den Opfern der Schoah. Auf Grundlage umfangreicher Archivforschungen rekonstruiert sie die Lebensrealitäten von Menschen, die nicht nur als Juden, sondern auch als queere Personen verfolgt und zum Schweigen gebracht wurden. Das Werk versteht sich als Versuch, diesen bislang wenig beachteten Stimmen Raum zu geben. Anna Hájková ist Dozentin für moderne europäische Geschichte an der University of Warwick im Vereinigten Königreich. Sie studierte moderne Geschichte, Soziologie und Englisch an der Humboldt-Universität zu Berlin und promovierte an der University of Toronto. «Menschen ohne Geschichte sind Staub» wurde auf Deutsch, Tschechisch und Englisch veröffentlicht.
Anna Hájková
20. Mär 2026
Buchpreis
Emily Langloh