IDF 07. Dez 2018

Operation «Schild des Nordens»

Zweck der Operation «Schild des Nordens» ist die Aufdeckung und Zerstörung von Angriffstunnels der Hizbollah, die, wie jetzt bekannt geworden ist, entlang der libanesisch-israelischen Grenze verlaufen, teilweise aber über die internationale Grenze hinweg ins israelische Territorium hineinreichen. «Das Graben von Tunnels stellt eine brutale Verletzung der israelischen Souveränität dar», sagte Armeesprecher Brigadegeneral Ronen Manelis. Am ersten Tag wurde bei Metulla ein nach Israel hineinragender Offensivtunnel entdeckt, aber Ziel ist die Neutralisierung aller solcher Hizbollah-An­griffstunnels. Die Operation erstreckt sich entlang der sogenannten blauen Linie, wie die internationale Grenze zwischen Libanon und Israel genannt wird. Die Linie befindet sich im vollen Umfang auf israelischem Territorium. Die Operation wird angeführt von Generalmajor Yoel Strick, dem IDF-Kommandanten des Nordabschnitts. Sie schliesst Truppen des Ingenieur-Korps ein, der Geheimdienste wie auch der Verwaltung des Verteidigungsministeriums für die Entwicklung von Waffen und technologischer Infrastruktur. Obwohl die IDF betonten, dass sie auf jede mögliche Eskalation vorbereitet seien, welche von der Hizbollah ausgehen könnte, haben die Israeli in Orten nahe der Nordgrenze zunächst keine speziellen Verhaltensregeln wie etwa eine eingeschränkte Bewegungsfreiheit erhalten. So konnte man Einwohner von Metulla beobachten, wie sie entspannt und interessiert von ihren Balkonen oder Fenstern aus die Arbeiten der IDF-Truppen verfolgten. Die Hizbollah baue Tunnels «mit der direkten Unterstützung und Finanzierung durch Iran», sagte Binyamin Netanyahu in einer Erklärung an die Presse. Grund seien die Bemühungen der schiitischen Miliz, Galiläa zu besetzen, warnte der Regierungschef. Dies sei eine «direkte Bedrohung, und unsere Operation wird fortgesetzt, bis die Zielsetzungen erreicht sind». Die Absicht der Hizbollah sei es, unschuldige israelische Männer, Frauen und Kinder zu töten. Libanon trage eine «schwere Verantwortung dafür, solche Terrorakte auf seinem Territorium zu dulden», unterstrich Netanyahu, der im Übrigen aber konkrete Hinweise auf die weitere Strategie seiner Armee an der Nordgrenze vermied.

Jacques Ungar