Sasha Troufanov 10. Jul 2026

Neuanfang

Fast anderthalb Jahre nach seiner Freilassung aus der Gewalt der Terrororganisation Islamischer Dschihad hat der ehemalige Geisel Sasha Troufanov am Sonntag seine Partnerin Sapir Cohen geheiratet. Die Hochzeit wurde für viele Gäste zu einem bewegenden Symbol von Hoffnung und Neuanfang nach den Schrecken des 7. Oktober 2023. Das Paar war damals beim Besuch von Familienangehörigen im Kibbuz Nir Oz gemeinsam verschleppt worden. Troufanov wurde von den Terroristen misshandelt und an der Schulter verletzt, Cohen trotz ihres Verstecks unter einem Bett entdeckt und entführt. Während sie bereits Ende November 2023 im Rahmen des ersten Geiselabkommens freikam, musste Troufanov mehr als 400 Tage in Gefangenschaft ausharren. Erst im Februar 2025 kehrte er nach Israel zurück. Schussverletzungen an den Beinen waren während seiner Geiselhaft unbehandelt geblieben und machten eine längere medizinische Rehabilitation erforderlich. Seine Mutter Jelena und seine Grossmutter Irena wurden ebenfalls verschleppt und später freigelassen, sein Vater Vitaly wurde am 7. Oktober ermordet. Kurz nach seiner Rückkehr machte Troufanov seiner Partnerin einen Heiratsantrag. Besonders bewegend war später Cohens Schilderung, dass er in der Gefangenschaft dafür gebetet habe, sie möge einen anderen Mann finden, da er selbst nicht mehr mit einer Rückkehr gerechnet habe. Zur Hochzeit kamen zahlreiche ehemalige Geiseln, darunter Rom Braslavski, der zeitweise gemeinsam mit Troufanov in Rafah festgehalten worden war. Auch Israels Präsident Isaac Herzog und seine Frau Michal nahmen an der Zeremonie teil und bezeichneten die Hochzeit als einen Moment der Freude und des gemeinsamen Neubeginns.

Emily Langloh