Trotz angespannter Sicherheitslage fand in Tel Aviv letzte Woche ein besonderer schweizerisch-israelischer Kulturabend statt. Nach mehreren Beratungen entschieden sich die Organisatoren kurzfristig, die Veranstaltung «Open the Strait of the (He)Art» dennoch durchzuführen, ein Entscheid, der sich als voller Erfolg erwies. Eingeladen hatten die Schweizer Botschaft in Israel, die Kulturförderin Sivan Sebbag-Zelensky sowie die Kulturinstitution Hameretz 2 im Tel Aviver Quartier Kiryat Hamelacha. Im Zentrum des Abends stand ein Konzert des israelisch-schweizerischen Musikers Amir Lev. Dessen Vater stammt aus Basel, weshalb der bekannte Singer-Songwriter neben der israelischen auch die Schweizer Staatsbürgerschaft besitzt. Entsprechend eröffnete er seinen Auftritt mit den Worten: «Good evening Switzerland.» Der Anlass verstand sich als Zeichen des Dialogs und der kulturellen Verbundenheit zwischen Israel und der Schweiz. Hameretz 2, eine multidisziplinäre Kulturinstitution im Süden Tel Avivs, bot dafür den passenden Rahmen. Unter den Gästen befanden sich Diplomaten aus 14 Ländern, Vertreter der Schweizer Wirtschaft und der jüdischen Gemeinschaft, Journalistinnen und Journalisten, Kunstschaffende sowie zahlreiche Fans des Musikers. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Organisatoren betonten die Bedeutung gemeinsamer kultureller Räume gerade in schwierigen Zeiten. Der Abend zeigte eindrücklich, wie Musik und Kultur Menschen zusammenbringen und Brücken über politische und gesellschaftliche Grenzen hinweg schlagen können.
Tel Aviv
19. Jun 2026
Kultur als Brückenbauer
Emily Langloh