Michael Groys 15. Mär 2019

«Technojude»

Jung, jüdisch und Technofan. Das geht zusammen, vor allem in Berlin. Der 27-jährige Michael Groys ist bekennender Technofan und legt gerne selbst auf. Als DJ Technojude erfüllt er sich mit der Partyreihe Liquid Tuesday, die künftig einmal im Monat stattfinden soll, einen kleinen­ Traum. «Juden haben in der Vergangenheit in der Geschichte Berlins­ immer eine bedeutende Rolle gespielt», sagt Groys. Vor zwei Wochen war Premiere im New West Club im Bezirk Charlottenburg. Unter dem Motto «Make Techno Great Again» will Michael Groys elektronische Tanzmusik wieder in den Westen Berlins zurückholen. Daran will der DJ, der 1991 in der Ukraine zur Welt kam und als Kind mit seiner Familie nach Deutschland zog, an­­knüpfen. Wenn das Konzept von Liquid Tuesday sich erst einmal eta­bliert hat, kann sich Groys sehr gut vorstellen, auch hin und wieder DJs aus Israel einzuladen und einen Austausch von Musikern zu initiieren. «Als Partymetropolen haben Berlin und Tel Aviv bekanntermassen sehr viel gemeinsam – beides sind Städte, die niemals schlafen.» Sein Alias hat sich Groys, der auch beruflich viel mit Musik zu tun hat – er arbeitet als politischer Berater bei der Bertelsmann-Tochter BMG –, ganz bewusst ausgesucht. «Vielleicht schockiert der Name ‹Technojude› am Anfang etwas», so seine Erklärung. «Die Idee dahinter ist es, das Wort ‹Jude› hierzulande in einen anderen, positiven Kontext als lediglich mit der Vergangenheit in Verbindung zu bringen.» Seine Devise lautet daher: «Ich glaube an eine elektronische und jüdische Zukunft in Deutschland.» Groys, dessen Grosseltern Holocaust-Überlebende sind, engagiert sich auch in der Berliner SPD und in der Jüdischen Gemeinde in Berlin.

Redaktion