Popstar Boy George hat seinen Auftritt beim Festival «Die 80er Live» in Frankfurt nach weniger als 15 Minuten abgebrochen und anschliessend schwere Vorwürfe gegen die Tontechniker erhoben. Vor rund 28 000 Zuschauern im Waldstadion hatte der 65-Jährige sein Konzert mit den Worten «Danke, dass ihr mich nicht gecancelt habt» begonnen. Bereits während der ersten Songs machte er jedoch wiederholt auf Tonprobleme aufmerksam. Beim zweiten Lied sollen zudem die Mikrofone seiner Backgroundsänger ausgefallen sein. Nach dem Versuch, «Time (Clock of the Heart)» akustisch zu singen, verliess Boy George unter Buhrufen die Bühne. In einem später gelöschten Beitrag auf X sprach der Sänger von «Sabotage». Seine In-Ear-Monitore seien derart laut gewesen, dass er seine eigene Stimme kaum noch gehört habe. Nachdem er darum gebeten habe, sie leiser zu stellen, sei die Lautstärke stattdessen erhöht worden. Er müsse nun wegen Beschwerden einen Ohrenarzt aufsuchen. Veranstalter Markus Krampe wies die Vorwürfe zurück: Weder die Techniker noch Georges Tourmanager hätten einen Fehler feststellen können. Man habe einen Anwalt eingeschaltet und wolle die Gage zurückfordern. Brisant ist der Vorfall auch wegen Georges jüngstem Engagement für Israel. Ende Juli veröffentlichte er den Song «We Will Dance Again», der seine Solidarität mit Israel und den Überlebenden des Hamas-Massakers beim Nova-Festival vom 7. Oktober 2023 ausdrückt. Das Lied löste heftige Kritik aus; kurz darauf zog sich George aus einer Londoner Produktion von «Jesus Christ Superstar» zurück. Ob der Frankfurter Zwischenfall tatsächlich mit seinen politischen Äusserungen zusammenhing, ist nicht geklärt.
Boy George
14. Aug 2026
Sabotage
Emily Langloh