Die israelische Skirennfahrerin Sheina Vaspi ist eine Pionierin des israelischen Wintersports. Die 25-Jährige aus Yesud Hamaala startet diese Woche bei den Winter-Paralympics in Cortina und vertritt als einzige Athletin ihr Land auf der Piste. Sie fährt nach einem Autounfall in ihrer Kindheit mit nur einem Bein und gilt als erste Israelin, die je an Winter-Paralympics teilgenommen hat. Ihre Geschichte ist geprägt von ungewöhnlichen Umständen. Aufgewachsen in einem religiösen Haushalt, kam Vaspi erst mit 16 Jahren erstmals mit Skifahren in Kontakt, ein spätes Alter in einer Sportart, in der viele Athletinnen bereits als Kleinkinder beginnen. Trotzdem schaffte sie rasch den Sprung in den Leistungssport und trainierte später in den USA. Bei den Paralympics in Peking 2022 belegte sie im Riesenslalom Rang 15 und setzte damit ein historisches Zeichen für Israel im Wintersport. Ihr Weg ist jedoch auch von Rückschlägen geprägt. Nach einem Kreuzbandriss kämpfte sie sich zurück zum Weltcup und bereitete sich intensiv auf die Spiele in Italien vor. Für Vaspi bedeutet der Wettkampf mehr als sportlichen Erfolg: Sie sieht ihre Teilnahme als Verantwortung, ihr Land in schwierigen Zeiten zu vertreten. Gleichzeitig bleibt sie ihren religiösen Überzeugungen treu. Rennen, die auf den Schabbat fallen, lässt sie aus. «Wenn Gott will, kann sich das Wetter ändern und das Rennen verschoben werden», sagt sie. Für Vaspi ist der Glaube Teil ihrer Stärke, auf und neben der Piste. Heute gilt sie als Symbol dafür, dass selbst ein Land ohne Wintertradition im internationalen Skisport sichtbar werden kann. Vaspi hofft, dass ihr Beispiel künftig mehr Israelis zum Wintersport bringt.
Sheina Vaspi
13. Mär 2026
Pionierin
Emily Langloh