wien 21. Mai 2026

Ort der Solidarität

Vergangene Woche wurde die MQ Kantine im Wiener Museumsquartier zum Treffpunkt israelischer Eurovision-Fans. Mit etwas Verzögerung erhielt damit auch Israel ein eigenes Eurofan-Café im Rahmen des Eurovision Song Contest (ESC) 2026. Zuvor hatte sich laut Beteiligten kein anderes Café bereit erklärt, israelische Gäste und Unterstützer aufzunehmen. Erst Lisa und Johannes Wegenstein stellten ihre Räume zur Verfügung, trotz hoher Sicherheitskosten, die zunächst privat getragen werden mussten, ehe das Echo-Medienhaus die Finanzierung übernahm. Während der ESC-Woche entwickelte sich die Kantine zu einem Ort der Begegnung und Solidarität. Israelis, Mitglieder der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG), Künstlerinnen, Journalisten, Politiker und zahlreiche Besucher kamen dort zusammen. Organisiert wurde vieles unter anderem vom IKG-Kultusvorsteher René Wachtel, der sich laut Beteiligten intensiv um Sponsoring und Medienanfragen kümmerte. Zum Programm gehörten Auftritte von Shira Karmon, Tania Golden und Lea Kalisch, daneben ein Flashmob, Lesungen und eine Modenschau. Mehrfach waren internationale Filmteams vor Ort, darunter auch der israelische Sender KAN 11. Unter den Gästen befanden sich auch Politiker verschiedener Parteien. Die Initiative entstand vor dem Hintergrund der kontroversen Debatte um Israels Teilnahme am Eurovision Song Contest. Während international Boykottaufrufe und Proteste angekündigt wurden, betonten die Betreiber der MQ Kantine, das Eurofan-Café solle ein Ort für Musik, Kultur und Begegnung bleiben.

Emily Langloh