Ein rund 550 Jahre altes jüdisches Gebetbuch soll im Dezember bei Sotheby’s in New York für mehrere Millionen Dollar versteigert werden. Der um 1475 entstandene Machsor des jüdischen Künstlers Joel ben Simeon wird auf drei bis fünf Millionen Dollar geschätzt und bildet das Herzstück der laut Auktionshaus wertvollsten Judaica-Auktion seiner Geschichte. Ben Simeon, der aus Deutschland stammte und in Norditalien arbeitete, versah das Gebetbuch mit Hunderten Illustrationen. Zu sehen sind unter anderem Moses mit den Gesetzestafeln, ein Schofarbläser sowie Tiere und Fantasiewesen. Besonders bemerkenswert ist eine Darstellung einer Menora, die zu den frühesten bekannten bildlichen Darstellungen einer Chanukkia zählen soll. Nur zwölf signierte Werke des Künstlers sind heute bekannt. Bei der Auktion am 17. Dezember kommen weitere seltene Judaica unter den Hammer, darunter ein um 1500 in Ferrara entstandener Machsor sowie ein monumentaler Pentateuch aus Deutschland aus der Zeit um 1300. Die bislang vorgestellten sieben Objekte werden zusammen auf mehr als 16 Millionen Dollar geschätzt. Ein Teil der Stücke wird zuvor in der Israelischen Nationalbibliothek in Jerusalem sowie in London und New York ausgestellt.
New York
18. Sep 2026
Millionen für Judaica
Emily Langloh