Bei einem Besuch im Vatikan hat Rabbinerin Lizzi Heydemann aus Chicago Papst Leo XIV. eine besondere Kippa geschenkt. Die Begegnung fand am Donnerstag, 28. Mai im Rahmen einer Delegationsreise von Politik-, Wirtschafts- und Religionsvertretern aus Chicago nach Rom statt. Heydemann, Gründerin der jüdischen Gemeinschaft Mishkan Chicago, nutzte das Treffen auch für persönliche Worte. Sie dankte dem Papst für seinen Umgang mit dem Krieg in Gaza. Trotz unterschiedlicher Positionen würdige er die Menschlichkeit sowohl von Israelis als auch von Palästinensern. «Danke, dass Sie die Menschlichkeit von Israelis und Palästinensern im selben Atemzug sehen», sagte sie dem Kirchenoberhaupt. Papst Leo XIV., der erste amerikanische Papst und gebürtige Chicagoer, hatte sich mehrfach für die Freilassung der israelischen Geiseln und einen Waffenstillstand ausgesprochen. Einige seiner Äusserungen zum Krieg wurden von jüdischen Organisationen kritisiert, andere sehen darin den Versuch, Mitgefühl für alle Betroffenen zu zeigen. Für einen besonderen Moment sorgte das Geschenk der Rabbinerin: eine Kippa im Design des Baseballclubs Chicago White Sox, dessen langjähriger Anhänger der Papst ist. Auf der Innenseite befindet sich ein Granatapfel, ein traditionelles jüdisches Symbol. Heydemann bezeichnete die Begegnung als Beispiel dafür, wie auch bei Meinungsverschiedenheiten Brücken gebaut werden können. Gerade in polarisierten Zeiten sei es wichtig, miteinander im Gespräch zu bleiben.
Rom
05. Jun 2026
Kippa für den Papst
Emily Langloh