Nach dem Rückzug des demokratischen US-Senatskandidaten Graham Platner aus dem Rennen in Maine hat einer seiner möglichen Nachfolger seine Position zum Gaza-Krieg deutlich verändert.
Jordan Wood, der sich im vergangenen Herbst noch geweigert hatte, Israels Vorgehen als «Genozid» zu bezeichnen, spricht inzwischen offen von einem «Genozid in Gaza» und fordert ein Ende der US-Militärhilfe für Israel.
Wood hatte seine frühere Zurückhaltung damit begründet, dass der Begriff angesichts des zunehmenden Antisemitismus in den USA besonders weitreichende politische und rechtliche Folgen haben könne. Sein Ehemann sei Jude, sagte er damals, und die verwendete Sprache habe Einfluss auf das gesellschaftliche Klima. Nun erklärt Wood, die USA dürften «Israels Genozid in Gaza» nicht länger finanzieren.
Mit seiner Kehrtwende reiht sich Wood in eine wachsende Zahl demokratischer Bewerber in Maine ein, die Israels Vorgehen im Gazastreifen als Genozid bezeichnen. Neben ihm vertreten auch die frühere Gesundheitsbehörde-Chefin Nirav Shah und die Secretary of State Shenna Bellows diese Position. Die Entwicklung unterstreicht den zunehmenden Wandel innerhalb der Demokratischen Partei, in der die Kritik an Israels Kriegspolitik deutlich schärfer geworden ist.
Platner war trotz seines überraschenden politischen Erfolgs nach Vorwürfen sexueller Übergriffe aus dem Rennen ausgeschieden; die Vorwürfe weist er zurück. Seine Nachfolge soll auf einem Parteitag der Demokraten in Maine entschieden werden.