Sacha Baron Cohen bringt seine Kultfigur Ali G nach mehr als zwei Jahrzehnten auf die Kinoleinwand zurück und sorgt damit bereits vor dem Filmstart für heftige Kontroversen. Der britisch-jüdische Komiker veröffentlichte vergangene Woche den Trailer zu «Ali G: Who Iz I?». Der Film im Mockumentary-Stil soll am 23. Oktober in die Kinos kommen. Darin tritt Baron Cohen als Ali G auf und bringt, ähnlich wie bei «Borat», ahnungslose Gesprächspartner in absurde Situationen. Doch die Rückkehr der Figur stösst auf Widerstand. Das britische Medienportal Newscord hat eine Kampagne gestartet, die Kinobetreiber dazu aufruft, den Film nicht zu zeigen. Die Kritiker werfen Ali G vor, rassistische Stereotype zu reproduzieren. Bereits um die Jahrtausendwende hatten schwarze britische Komiker die Figur als problematisch kritisiert. Laut Newscord wurden inzwischen mehr als 37 000 E-Mails im Rahmen der Kampagne an Kinos verschickt. Erste Folgen sind bereits sichtbar: Die britische Kinokette Picturehouse, die 25 Häuser betreibt, erklärte, derzeit keine Pläne zu haben, den Film zu zeigen. Newscord wertet dies als Erfolg der Kampagne. Baron Cohen erfand Ali G 1998 für die britische Sendung «The 11 O’Clock Show». Die Figur, ein weisser Möchtegern-Gangster aus Staines, der sich Sprache und Stil der Hip-Hop-Kultur aneignet, wurde rasch populär. 2002 folgte «Ali G Indahouse». 2007 hatte Baron Cohen erklärt, die Figur nicht mehr spielen zu wollen. Nun kehrt sie in eine gesellschaftlich veränderte Zeit zurück und die Debatte darüber, wo Satire endet und rassistische Karikatur beginnt, begleitet Ali G erneut.
Sacha Baron Cohen
04. Sep 2026
Boykott
Emily Langloh