New Jersey 04. Sep 2026

Gefilte Fisch sucht Nachwuchs

Wie bringt man eine 135 Jahre alte jüdische Lebensmittelmarke ins Jahr 2026? Manischewitz versucht es mit Zimmes aus dem Glas, einem Foodtruck und einer Dating-Show. Rechtzeitig vor den hohen Feiertagen will das traditionsreiche US-Unternehmen eine jüngere Generation für Gerichte begeistern, die viele eher aus Grossmutters Küche kennen. Neu gibt es etwa das klassische Zimmes aus Karotten, Pflaumen, Honig und Gewürzen fertig im Glas. Auch die Matzenknödelsuppe wurde nach dreijähriger Entwicklungszeit überarbeitet, inklusive Knödeln, die das Einkochen überstehen. Doch Manischewitz modernisiert nicht nur das Essen. Ein Foodtruck fährt durch New York und serviert Matzenknödelsuppe, Hotdogs und wechselnde Kreationen. Besonders ungewöhnlich ist «Manischewitz Matchmakers», eine Dating-Show auf Youtube. Jüdische Singles werden dort zu ihrem Leben und ihrer Identität befragt: Wie ist das Verhältnis zur Mutter? Welcher jüdische Feiertag ist der liebste? Und wie sieht die berufliche Laufbahn aus? Nach und nach soll sich so herausstellen, wer zusammenpassen könnte. Anschliessend geht es auf kurze «Matzah Ball Mini-Dates», bevor das Publikum sein Lieblingspaar bestimmt. Marketingchefin Talia Sabag bringt die Idee augenzwinkernd auf den Punkt: Schliesslich brauche es eine neue Generation von Gefilte-Fisch-Essern. In der Testküche geht die Verjüngungskur derweil weiter. Eine der jüngsten Kreationen: ein Gefilte-Fisch-Sandwich. Warum auch nicht? 

Emily Langloh