Wir beide sind iranische Kurden. Wir stammen aus Familien, die im westlichen Hochland verwurzelt sind, aus Kermanschah, Kurdistan und Ilam, aus Gemeinden, die seit jeher die Hauptlast der Grausamkeit der Islamischen Republik zu tragen haben. Einige von uns leben in der Diaspora, andere haben noch Familie im Land. Wir alle wollen dasselbe: einen freien Iran, in dem wir als vollwertige Bürger leben können, ohne unsere Identität aufzugeben.
Wir schreiben dies, weil in politischen Kreisen die gefährliche Idee kursiert – während die Islamische Republik schwächer wird –, dass das optimale Ergebnis für die Region ein stark geschwächter Iran wäre oder sogar ein Iran, der auseinanderbricht, und dass dadurch die kurdischen Provinzen, der arabische Süden und der aserbaidschanische Nordwesten jeweils zu separaten Problemen werden, die bewältigt werden können. Hinter der Idee steht die Annahme, dass Fragmentierung gleichbedeutend mit Sicherheit ist.
Wir möchten deutlich sagen: Das ist nicht das, was wir oder unsere Gemeinschaften wollen, und es wäre eine Katastrophe für genau die Menschen, denen ein solches Resultat angeblich helfen soll. Unsere Beschwerde richtet sich nicht gegen den Iran, sondern gegen ein Regime, das unsere Identität zu einem Verbrechen gemacht hat. Die Islamische Republik hat unsere Aktivisten hingerichtet, unseren Glauben als subversiv erklärt, unsere Provinzen von Investitionen abgeschnitten und Gemeinschaften wie die Yaresan systematisch ausgelöscht. Dagegen kämpfen wir. Und wir kämpfen nicht allein.
Kronprinz Reza Pahlavi hat eine Vision für die Zukunft des Iran formuliert, die auf vier Prinzipien basiert: territoriale Integrität, Trennung von Religion und Staat, Rechtsstaatlichkeit und eine gleichwertige Staatsbürgerschaft für alle. Für die iranischen Kurden sind dies keine Abstraktionen: Sie sind die präzisen Heilmittel für alles, was die Islamische Republik uns angetan hat.
Eine territoriale Integrität würde bedeuten, dass unsere Gemeinschaften Teil eines vereinten Irans bleiben würden, was wir wollen, während die Lüge des Regimes, dass die kurdische Identität die nationale Einheit bedroht, endgültig ad acta gelegt werden könnte. Die Trennung von Religion und Staat hätte zur Folge, dass sunnitische Kurden und Yaresan nicht länger Bürger zweiter Klasse wären. Rechtsstaatlichkeit würde versichern, dass unsere Aktivisten nicht mehr im Evin-Gefängnis verschwinden würden. Und gleiche Rechte für alle Bürger würden bedeuten, dass ein Kind in Sanandasch die gleichen Zukunftschancen hat wie jedes Kind in Teheran.
Aus diesem Grund hat der Prinz das Vertrauen aller ethnischen, stammesbezogenen und sprachlichen Gemeinschaften im Iran auf eine Weise gewonnen, wie es bisher kein anderer nationaler Oppositioneller geschafft hat. Er spricht aufrichtig über uns als Teil des historischen und kulturellen Gefüges des Iran, als Gemeinschaften, die seit jeher als Hüter der Grenzen und der Würde der Nation fungieren. Als er sich in den letzten Tagen direkt an die Menschen in unseren Provinzen wandte, unsere Stämme nannte und unsere Opfer in den letzten 47 Jahren würdigte, war dies eine Anerkennung von etwas Realem und Tiefempfundenem.
Der Iran ist nicht die Sowjetunion und auch kein Konstrukt des 20. Jahrhunderts, das mit Gewalt zusammengehalten wird. Er ist eine Zivilisation mit einer 3000-jährigen ununterbrochenen Geschichte, und das kurdische Volk ist seit jeher ein Teil davon. Die Stämme von Dschaf, Kalhor, Sanjabi und Bachtiaren haben über mehrere Dynastien hinweg die westlichen Grenzen des Iran bewacht. Diese Verbindung ist organisch und hat alles überstanden, was die Islamische Republik unternommen hat, um sie zu zerstören.
Was würde eine Fragmentierung tatsächlich bewirken? Schwache Kleinstaaten, deren Bevölkerung anfällig für räuberische Nachbarn und Manipulationen durch Stellvertreter ist, ausserdem denselben regionalen Wettbewerb, der Syrien und den Irak zerstört hat sowie kurdische Gemeinschaften, die weniger sicher, weniger souverän und stärker gefährdet sind. Föderalismus oder ein geschwächter Iran würden zu denselben Ergebnissen führen. Diejenigen, die dies aus bequemer Entfernung befürworten, müssten nicht mit diesen Konsequenzen leben, sondern wir.
Der Prinz hat sich zu dieser Gefahr klar geäussert. Opportunistische Kräfte, die seit langem ein Auge auf iranisches Territorium geworfen haben, werden versuchen, jede Veränderung auszunutzen. Die wirksamste Gegenmassnahme wäre eine Bevölkerung, die sich in einem demokratischen Staat vereint, der den Forderungen aller Gemeinschaften gerecht wird. Eine Fragmentierung dient den Raubtieren; eine auf gleichberechtigter Staatsbürgerschaft basierende Einheit besiegt sie.
Der Weg in die Zukunft ist der, den der Prinz aufgezeigt hat: ein geeintes, demokratisches Iran. Es ist das einzige Gerüst, das alle Iraner aller Stammes-, ethnischen und sprachlichen Gruppen, von Aserbaidschanern, Kurden, Arabern, Belutschen und Lor bis hin zu anderen Stimmen, hinter einer einzigen Vision vereint hat. Die Sicherheit jeder Nation in dieser Region hängt davon ab, dass dieser Übergang gelingt.
Wir sind Kurden. Wir sind Iraner. Wir stehen hinter der Vision des Prinzen, weil sie diese beiden Tatsachen nicht als Gegensätze behandelt. Unsere Zukunft ist nicht fragmentiert. Wir sind vollwertige Bürger einer Nation, die wir mit aufgebaut haben und die wir seit jeher verteidigen.
Aran Kamangar, geboren in Kermanschah, ist Sekretärin für Rechtsangelegenheiten der Iran Novin Party.
Nejat Bahrami, geboren in Kermanschah, ist politischer Aktivist, ehemaliger Beamter im Bildungsministerium und politischer Gefangener.