Basel 30. Jan 2026

Klangbilder einer Stadt

Das Basler Festival Mizmorim ist am Wochenende zu Ende gegangen und hat einmal mehr gezeigt, wie vielschichtig jüdische Musik heute verstanden werden kann. Unter dem diesjährigen Leitmotiv «Jerusalem» rückte das Festival eine Stadt ins Zentrum, die wie kaum eine andere für religiöse Vielfalt, kulturelle Überlagerungen und politische Spannungen steht. Gleichzeitig setzte es bewusst ein Zeichen der Hoffnung und des Dialogs. Eröffnet wurde das Festival mit einem Konzert des Duos David Krakauer und Kathleen Tagg, das exemplarisch für den programmatischen Ansatz stand. Ihre Musik bewegte sich zwischen Klassik, Klezmer, Jazz und zeitgenössischer Improvisation und spannte einen weiten Bogen durch unterschiedliche musikalische Traditionen. Krakauers hochvirtuoses Klarinettenspiel traf auf Taggs experimentellen Zugang zum Klavier, der auch Elektronik, Raumklänge und erweiterte Spieltechniken einbezog. In den folgenden Tagen reichte das Programm von Bach bis zu aktuellen Kompositionen, von Kammermusik bis zu improvisierten Formaten. Neben Konzerten bot das Festival auch Einführungen, Diskussionen, Führungen, ein Kinderkonzert sowie begleitende Podcasts an. So verstand sich das Festival erneut nicht nur als Konzertreihe, sondern als Ort der Begegnung, der Vermittlung und des kulturellen Austauschs und als Einladung, jüdische Musik in ihrer ganzen historischen Tiefe und zeitgenössischen Offenheit zu erleben.

Emily Langloh