Zürich 16. Jan 2026

Jüdische Sorge Wohnungsnot

Der anhaltende Wohnraummangel in Zürich trifft jetzt auch das jüdische Gemeindeleben hart. In traditionellen Quartieren wie Aussersihl und Wiedikon, wo jüdische Familien seit über 150 Jahren verwurzelt sind, wird bezahlbarer Wohnraum immer knapper – viele müssen bereits wegziehen. Für praktizierende Jüdinnen und Juden verschärft sich die Lage besonders: An Schabbat und religiösen Feiertagen dürfen sie keine Verkehrsmittel nutzen, weshalb weite Wege zu Synagogen und Gemeindeeinrichtungen kaum machbar sind. Da mag auch der neue Eruv keine Abhilfe schaffen. Die steigenden Bodenpreise und Mietkosten in den zentralen Stadtteilen führen dazu, dass Familien in Randquartiere oder Vororte ausweichen – ein Umstand, der das gewachsene soziale und religiöse Leben in der Stadt bedroht. Stadtweit ist die Wohnungsnot eines der drängendsten Probleme: Viele Zürcherinnen und Zürcher nennen sie als wichtigste Sorge, und auch Unternehmen sehen den Mangel als Belastung für den Standort.

Redaktion