Bern 20. Mär 2026

Interreligiöses Fastenbrechen

Beim interreligiösen «Respect»-Fastenbrechen zum Ramadan am 15. März im Haus der Religionen in Bern kamen rund 120 muslimische, jüdische, christliche und weitere Gäste zusammen. Anlass war ein gemeinsames Iftar im Rahmen des NCBI-Programms «Respect», das gezielt Begegnung und Dialog fördert. Begrüsst wurden die Teilnehmenden von Muveid Memeti (l.), Präsident des Muslimischen Vereins Bern, und Gaby Knoch-Mund (r.) von der Jüdischen Gemeinde Bern. Beide betonten die langjährige Zusammenarbeit, die zu einer vertrauensvollen Freundschaft gewachsen sei. «Viel mehr verbindet uns, als uns trennt», sagte Memeti. Knoch-Mund ergänzte: «Dialog ist besser als Misstrauen. Muslim- und Judenfeindlichkeit haben keinen Platz in Bern oder in der Schweiz.» Im anschliessenden Workshop vermittelten Ramazan Özgü und Ron Halbright Einblicke in Fastentraditionen der verschiedenen Religionen. Diskutiert wurden Gemeinsamkeiten und Unterschiede, von spiritueller Erneuerung bis hin zu Fragen von Selbstdisziplin und Verzicht. Einigkeit bestand darin, dass Fasten helfen könne, Egoismus zu überwinden und Mitgefühl zu stärken. Auch die aktuelle Lage im Nahen Osten wurde thematisiert. Viele Teilnehmende berichteten von Gefühlen wie Trauer, Angst und Überforderung. Umso mehr wurde die offene und respektvolle Atmosphäre geschätzt. Nach dem gemeinsamen Abendgebet folgte das Fastenbrechen mit Datteln und ein gemeinsames Abendessen. Der Anlass endete mit intensiven Gesprächen und dem klaren Zeichen, dass interreligiöser Dialog gerade in schwierigen Zeiten Brücken bauen kann.
www.ncbi.ch

Emily Langloh