Der französisch-amerikanische Kunsthändler Guy Wildenstein ist nach jahrzehntelanger Führung von der Spitze der traditionsreichen Galerie Wildenstein & Co. zurückgetreten. Der Rückzug erfolgt vor dem Hintergrund langjähriger juristischer Auseinandersetzungen mit den französischen Behörden wegen Steuerhinterziehung und verschleierter Vermögensstrukturen, die die international einflussreiche Kunsthändlerdynastie nachhaltig beschädigt haben. Die operative Leitung des Unternehmens geht nun auf die nächste Generation der Familie über. Die Wildenstein-Affäre gilt als einer der prominentesten Fälle, in denen die Intransparenz des globalen Kunstmarkts sichtbar wurde – insbesondere im Zusammenspiel von Offshore-Konstruktionen, diskreten Lagerorten und internationalen Rechtsräumen. Wie tachles-Recherchen ergaben, sind auch verschiedene Schweizer Akteure involviert oder betroffen. Zudem werden im Zusammenhang mit der Familie wiederholt Schweizer Zollfreilager, insbesondere der Genfer Freihafen, als Beispiele für jene kunstmarktüblichen Lager- und Transitorte genannt, die durch steuerliche Sonderregelungen eine zentrale Rolle im globalen Kunsthandel spielen. Ob die Affäre damit beendet ist, bleibt offen.
Genf
09. Jan 2026
Guy Wildenstein tritt zurück
Redaktion