basel 23. Jan 2026

Grosse Pläne für ein kleines Catering-Team

Mit einem kleinen Team sorgt Diana Diulher für ein neues und aufregendes kulinarisches Angebot in der Israelitischen Cultusgemeinde Basel, das künftig auch um ein Abendmenü erweitert werden soll.

In der Israelitischen Gemeinde Basel gibt es ein neues Catering-Angebot, das von Diana Diulher, die vor fast dreieinhalb Jahren aus der Ukraine nach Basel gekommen ist, betrieben wird.

Seit dem vergangenen Jahr gibt es das koschere Angebot Taam Tov auf dem Areal der Israelitischen Gemeinde Basel (IGB): Jeden Donnerstag wird im Restaurant ein frisch zubereitetes Mittagsgericht an einer langen Tafel serviert. Auf Wunsch werden die Speisen auch vegetarisch zubereitet. «Das Angebot spricht ein breites Publikum an: Mitglieder, Zugewandte sowie Gäste unterschiedlichen Alters kommen hier zusammen», sagt IGB-Geschäftsführerin Isabel Schlerkmann zu tachles. So hätten letzte Woche 44 Personen teilgenommen und Falafel und Schwarma gegessen. Neben diesem Angebot können am Freitagmittag Speisen für Schabbat, wie Kuchen und Suppe, oder wechselnde Spezialangebote abgeholt werden.

Spass am gemeinsamen Mittagessen
Eine Mitgliederumfrage Ende 2025 hat ergeben, dass das neue Angebot geschätzt wird. «Geplant ist, das Angebot weiter auszubauen», so Schlerkmann. «Künftig sollen einmal im Monat auch abends die Türen geöffnet werden. Zudem wird ein Sushi-Angebot geprüft, um das kulinarische Spektrum weiter zu erweitern und neue Akzente zu setzen.»

Die Wünsche der Gemeindemitglieder gehen aber noch weiter: 80 Prozent der Personen, die an der Umfrage teilgenommen haben, finden das Mittagsangebot mindestens einmal in der Woche gut, manche wünschen sich dies sogar täglich. Insbesondere der faire Preis und die Grundidee eines gemeinsamen Mittagessens in der IGB stossen offenbar auf Anklang. Hinsichtlich der Menüs kamen aber auch Wünsche auf: Mehr Gemüse, leichtere und gesündere Gerichte, aber auch Klassiker wie Falafel, Schwarma und Burger sowie Schnitzel mit Pommes frites sollten künftig ebenso auf dem Menü stehen, wenn es nach den Gästen ginge. «Hier werden wir nach einer guten Balance suchen», sagt Schlerkmann. Da mehrfach auch der Wunsch nach einem Speiseangebot am Abend geäussert wurde, will die IGB dies in naher Zukunft probeweise und auf Anmeldung anbieten.

Hinter dem Catering der IGB steht Diana Diulher. Sie ist mit ihrer Familie aus der Ukraine nach Basel gezogen und lebt seit drei Jahren und fünf Monaten hier. Sie sagte zu «Bajour»: «Die Arbeit bei der IGB war für mich eine grossartige Gelegenheit, mich zu integrieren, die Sprache zu lernen, das Schweizer System zu verstehen und meinen Platz zu finden.»

Teilweise Kritik
Begonnen hat alles mit den Kidduschim – inzwischen ist Diulher mit einem Pensum von 70 Prozent bei der Gemeinde angestellt. Laut Schlerkmann wurde dieses Modell im letzten Jahr zusätzlich durch die Arbeitsintegration Basel unterstützt, die sich an den Lohnkosten beteiligte und auch das Wirtepatent finanzierte. «Damit konnte nicht nur eine nachhaltige berufliche Integration ermöglicht, sondern zugleich die Qualität und Verlässlichkeit unseres Angebots weiter gestärkt werden», so die IGB-Geschäftsführerin. Neben Diulher als Hauptverantwortliche unterstützen zwei weitere Ukrainerinnen und Ukrainer im Stundenlohn beziehungsweise in einem kleinen Pensum das Catering-Team. Finanziell bewege sich die Gemeinde insgesamt im Rahmen der früheren Ausgaben für einen Pächter. Schlerkmann lobt die nun «deutlich höhere Flexibilität», mit der sich neue Ideen unkompliziert umsetzen lassen. Aus den Reihen der IGB gibt es teilweise auch kritische Stimmen, die sich fragen, wie ein vergleichsweise kleines Team die ambitionierten Ziele der Gemeinde umsetzen soll. Ein Gemeindemitglied, das namentlich nicht genannt werden möchte, findet es zudem bedauerlich, dass es nicht, wie offenbar erst von der IGB angedacht, unterschiedliche Catering-Angebote innerhalb der Gemeinde geben soll. Wie ein künftig grösseres Angebot mit teilweise Restaurantbetrieb von dem neuen Catering-Team realisiert werden soll, bleibt abzuwarten.

Valerie Wendenburg