wallis 03. Jul 2026

Bischofsweihe für Antisemiten

Die für den 1. Juli geplanten unerlaubten Bischofsweihen der Priesterbruderschaft St. Pius X. in Écône sorgen für einen neuen Konflikt mit dem Vatikan. Papst Leo XIV. hat die Weihen verboten und mit der Exkommunikation der Verantwortlichen gedroht. Die Bruderschaft hält dennoch an ihrem Vorhaben fest. Neben dem Konflikt um die Kirchenordnung rückt auch die Haltung der Piusbrüder zum Judentum erneut in den Fokus. Die Gemeinschaft steht seit Jahren wegen antisemitischer Positionen einzelner Vertreter in der Kritik. Ihr Gründer Marcel Lefebvre weihte bereits 1988 ohne päpstliche Zustimmung vier Bischöfe und löste damit eine schwere Krise innerhalb der katholischen Kirche aus. International bekannt wurde die Bruderschaft zudem durch den Holocaust-Leugner Richard Williamson, dessen Äusserungen weltweit Empörung auslösten und den Dialog zwischen der katholischen Kirche und jüdischen Organisationen belasteten. Die Piusbruderschaft lehnt zudem zentrale Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils ab, darunter die Öffnung gegenüber anderen Religionen. Dazu gehört auch die Konzilserklärung «Nostra Aetate», mit der die katholische Kirche 1965 ihre Beziehungen zum Judentum grundlegend neu definierte und die Vorstellung einer kollektiven jüdischen Schuld am Tod Jesu zurückwies. Gerade diese Annäherung an das Judentum zählt zu den Reformen, welche die Bruderschaft bis heute ablehnt.

Emily Langloh