New York 24. Jul 2026

Zwei Männer auf Upper West Side niedergestochen

Angriff auf sichtbar jüdisches Opfer löst Sorge aus.

Ein Messerangriff auf der Upper West Side in Manhattan erschüttert die jüdische Gemeinde New Yorks. Am Donnerstagnachmittag wurden zwei Männer bei offenbar wahllosen Attacken verletzt, darunter ein 50-jähriger Mann mit Kippa, der gerade einen Gottesdienst zum Fasttag Tischa beAw verlassen hatte. Beide Opfer wurden in ein Krankenhaus eingeliefert und befinden sich nach Angaben der Polizei in stabilem Zustand. 

Der mutmassliche Täter, der 51-jährige Raul Morales, soll nach Aussagen von Opfern und Zeugen während der Angriffe mehrfach «Allahu Akbar» gerufen haben. Zunächst verletzte er einen 57-jährigen Mann asiatischer Herkunft mit einem Messer, wenig später griff er den jüdischen Mann mit einem Schraubenzieher an. Rund eine Stunde später wurde Morales nach einer Fahndung festgenommen. Die New Yorker Polizei untersucht den Fall als mögliches Hassverbrechen, betont jedoch, dass nach ersten Erkenntnissen auch eine psychische Erkrankung des Verdächtigen eine Rolle gespielt haben könnte. 

Nach Angaben der Jewish Telegraphic Agency  ereignete sich der Angriff in einem Viertel mit einer grossen jüdischen Bevölkerung und nur wenige Schritte vom Jewish Center an der West 86th Street entfernt. Der Vorfall fällt auf den jüdischen Fasttag Tischa beAw, an dem zahlreiche Gläubige die Synagogen besuchen. Vertreter der Gemeinde sprachen von einem weiteren Vorfall, der das Sicherheitsgefühl sichtbar jüdischer New Yorker erschüttere. Seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 ist die Zahl antisemitischer Übergriffe in New York und anderen US-Städten deutlich gestiegen.  New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul verurteilte die Tat scharf und erklärte, der Bundesstaat werde jeder Form antisemitischer Gewalt entschieden entgegentreten. Auch weitere Politiker äusserten sich besorgt über die anhaltend hohe Zahl judenfeindlicher Übergriffe in der Metropole. 


 

Redaktion