Bröckelnde Unterstützung bei Republikanern.
Ein halbes Jahr nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf Iran zeigt eine Umfrage der University of Massachusetts Amherst eine breite Ablehnung sowohl der Kriegs-, als auch der Amtsführung Trumps als US-Präsident. Dabei geht der Trend bei beiden Punkten weiter in den Keller. Die allgemeine Zustimmung zur Arbeit des Präsidenten ist seit März um einen Prozentpunkt auf 32 Prozent gesunken, die Ablehnung liegt bei 64 Prozent.
Ursache seien «das nicht absehbare Endes des laufenden Iran-Kriegs, die anhaltend steigenden Preise für Benzin, Lebensmittel, Energie und Wohnraum, ein eskalierender Handelskrieg mit Kanada, sowie der Wahrscheinlichkeit höherer Zinsen», erklärt Tatishe Nteta, Professor für Politikwissenschaft an der UMass Amherst und Leiter der Umfrage. Damit laufe Trump und der Republikanischen Partei zwei Monate vor den Kongress-Wahlen Anfang November die Zeit davon, Lösungen für die drängendsten Probleme des Landes zu präsentieren. Damit werde «die republikanische Kontrolle über das Repräsentantenhaus und möglicherweise den US-Senat zunehmend gefährdet».
Trumps Unbeliebtheit sei zu einem grossen Teil selbstverschuldet, ergänzt der Amherst-Politologe und Co-Leiter der Umfrage, Jesse Rhodes: «Eine grosse Mehrheit ist der Ansicht, dass Trump weder den Iran-Krieg (68 Prozent) noch die Inflation (75 Prozent) oder die Arbeitsmarktpolitik (63Prozent) gut handhabt.»Dabei habe die Kriegsentscheidung und das anschliessende Missmanagement des Konflikts massgeblich zu Inflation und schwächelnder Wirtschaft beigetragen. Daneben hielten gut zwei Drittel der Befragten den Präsidenten aufgrund der Annahme grosser Geschenke aus dem Ausland und diverser, geschäftlicher Aktivitäten im Amt für korrupt.
Die Unzufriedenheit erreiche inzwischen seine MAGA-Basis: «Etwa 15 Prozent der Trump-Wähler würden sich heute anders entscheiden oder gar nicht zur Abstimmung gehen, wenn sie die Wahl noch einmal hätten.» Dies sei zwar keine Massenabwanderung, aber doch ein Anteil, der bei der relativ knappen Wahl 2024 durchaus den Ausschlag gegen Trump hätte geben können. Dahinter stehe ein Erosions-Prozess: Zwischen Trumps hartem MAGA-Kern und dem übrigen Wahlvolk tue sich eine wachsende Kluft bis hinein in seine eigene Partei auf. 87 Prozent der MAGA-Rechten billige Trumps Vorgehensweise gegenüber dem Iran. Dieser Anteil sinke jedoch auf 58 Prozent bei Republikanern, die sich nur «einigermassen» der MAGA-Bewegung zugehörig fühlen, und auf lediglich 30 Prozent bei Konservativen, die «überhaupt nicht» zur MAGA-Bewegung gehören (Link).
Experten halten rund 60 Prozent der Konservativen insgesamt für MAGA-Loyalisten (Link).