Äusserung zu Attentat auf Synagoge im März; kein Bruch mit Hasan Piker.
Bei den Demokraten nimmt die Debatte um die Haltung zu Israel und amerikanischen Juden eine vertraute, politische Form an: Nach radikalen Tönen gegen den Gaza-Krieg und die pro-israelische AIPAC für die linke Basis während der Vorwahlen, strebt Abdul El-Sayed in Michigan nun mit Blick auf die Kongress-Entscheidungen im November in die Mitte. Der von den «Democratic Socialists of America» unterstützte Senats-Kandidat hat sich am Samstag bei einer Konferenz jüdischer Demokraten in Lansing für eine Aussage im März zu dem schockierenden Anschlag auf die Synagoge Tempel Israel in West Bloomfield Township nahe Detroit entschuldigt.
Der Täter war libanesischer Herkunft und hatte durch israelische Angriffe dort Angehörige verloren. El-Sayed hatte dazu erklärt, er verurteile Gewalt grundsätzlich: «Aber Gewalt ist ein Kreislauf. Verletzte Menschen verletzen andere». Er hat sich dafür nun entschuldigt: «Ich habe einen Fehler gemacht.» Er hätte damals klarmachen sollen, dass er «den Anschlag selbstverständlich verurteile».
El-Sayed steht auf seinem Streben in die politische Mitte und einer Aussöhnung mit jüdischen Parteileuten und Wählern allerdings vor einem grösseren Problem. Er war im Wahlkampf mehrfach mit dem linken Meinungsmacher und Israel-Gegner Hasan Piker aufgetreten und hatte diesen auch zu seiner Wahlparty Anfang August eingeladen.
Am Samstag weigerte sich El-Sayed, öffentlich mit Piker zu brechen, der jüngst «Gewalt gegen Juden in den USA» als denkbare Folge deren «felsenfesten Unterstützung für Israel» ins Spiel gebracht hatte. Von daher bleibt Skepsis gegenüber El-Sayed. Dieser hatte am Samstag erklärt, er habe in seiner Stellungnahme vom März «einen breiteren Kontext liefern wollen», habe aber unbeabsichtigt «die von dem Anschlag ausgelösten Ängste und Pein geschmäht»: «Wenn meine Aussage Schmerz verursacht hat, tut es mir leid. Das war nicht meine Absicht.»
Der Mediziner ägyptischer Herkunft hält derzeit Wahlveranstaltungen mit den Kongress-Abgeordneten Jamie Raskin und der aus Michigan stammenden Debbie Dingell ab. Beide taten innerparteiliche Differenzen über Israel und Piker als nebensächlich ab. Dingell erklärte, der Fokus auf Piker würde nur den Republikanern zugute kommen, «die uns spalten wollen» (Link).