Neues Buch von Josh Shapiro löst Schock und Kritik aus.
Wie zunächst von der «New York Times» berichtet, offenbart Josh Shapiro in seinem neuen Buch «Where We Keep the Light» schockierende Details aus seiner Überprüfung als möglicher Kandidat für die US-Vizepräsidentschaft neben Kamala Harris im Sommer 2024. Das Team von Harris habe ihn intensiv zu seinen Ansichten zu Israel interviewt, gipfelnd in der Frage, ob er jemals ein Agent der israelischen Regierung gewesen sei. Shapiro schreibt: «War ich ein Doppelagent für Israel?». Er habe geantwortet, die Frage sei beleidigend. Ihm sei darauf beschieden worden: «Nun, wir müssen das fragen.»
Weiter habe ihn eine Mitarbeiterin von Harris gefragt: «Haben Sie jemals mit einem Geheimagenten Israels kommuniziert?». Shapiro hat nach eigenem Bekunden zurück gegeben: «Wenn diese Personen im Geheimen agierten, woher sollte ich das wissen?» Laut Shapiro sagen die «Fragen viel über einige der Leute im Umfeld der Vizepräsidentin aus». Hintergrund der aggressiven Befragung sei seine Haltung zu dem nach dem 7. Oktober 2023 grassierenden Antisemitismus in den USA gewesen. Harris habe ihn persönlich gefragt, ob er sich für Aussagen zu Judenhass unter pro-palästinensischen Studierenden an der University of Pennsylvania entschuldigen wolle. Er habe geantwortet, dass er dies nicht tun würde.
Shapiro wundert sich nun, «ob diese Fragen nur mir gestellt wurden – dem einzigen Juden unter den Kandidaten – oder ob jeder … auf die gleiche Weise zu Israel befragt wurde.»
Das Buch erscheint am 27. Januar und gilt als mögliches Element einer Vorbereitung für eine Präsidentschaftskandidatur 2028 des moderaten und in seinem für den Wahlausgang wichtigen Gliedstaates beliebten Demokraten. Laut der «Times» verbindet Shapiro in dem Buch «Reflexionen über Glauben, Vaterschaft und Ehe mit politischen Betrachtungen und Berichten über dramatische Ereignisse der jüngsten Zeit, darunter der Brandanschlag auf die ihn und seine Familie an der Gouverneurs-Residenz von Pennsylvania am vergangenen Pessachfest.»
2024 hatte Shapiro von Anfang an Bedenken gegen den Auswahlprozess für die Vizepräsidentschaft und zog seine Kandidatur schliesslich nach einem Treffen mit Harris zurück. Er habe ihr dies persönlich mitteilen wollen, habe aber von ihrem Team gehört: «die Vizepräsidentin würde schlechte Nachrichten nicht gut verkraften und ich solle nicht darauf bestehen.» Harris hat in ihren Wahl-Memoiren «107 Days» geschrieben, Shapiro sei wegen seiner Haltung zu Gaza kritisiert worden und dies hätte die Begeisterung ihrer Basis womöglich gedämpft. Wichtiger sei ihr jedoch die «nagende Sorge gewesen, dass er sich nicht mit der Rolle als Nummer zwei zufriedengeben und dass dies unsere Partnerschaft belasten würde.»
Sie zeichnet Shapiro zudem als voreilig. Er habe bereits darüber nachgedacht, die Residenz des Vizepräsidenten mit Werken von Künstlern aus Pennsylvania zu schmücken. Zudem habe er ihr klar gemacht, dass er als Vizepräsident bei jeder Entscheidung dabei sein wolle. Shapiro erklärte dazu im letzten Jahr gegenüber «The Atlantic»: «Ihre Darstellungen sind einfach dreiste Lügen» (Link).
Jedenfalls haben die Schlagzeilen über die Agenten-Frage umgehend Kritik jüdischer Persönlichkeiten an Harris und ihrem Team ausgelöst: dies sei ein Fall von «klassischem Antisemitismus» gewesen (Link).