USA – Epstein-Affäre 05. Feb 2026

Vorstands-Mitglied bei Brandeis-Zentrum im Zwielicht

Mitchell Webber hat Verfahren für jüdische Studierende wegen antisemitischer Benachteiligung geführt.   

Der «Forward» macht in den neuen Epstein-Dokumenten den Namen von Mitchell Webber aus. Heute Anwalt bei der renommierten Kanzlei Paul, Weiss, sitzt Webber im Vorstand des Juristischen Zentrums für Menschenrechte an der Brandeis University und hat zudem nach dem 7. Oktober Studierende bei Klagen wegen antisemitischer Benachteiligung vertreten. Webber hat bei Alan Dershowitz an der Harvard Law School studiert und war für den Jus-Professor um 2006 bei der Vertretung Epsteins bei der Klage wegen des sexuellen Missbrauchs minderjähriger Mädchen in Florida tätig. 

Neu publizierte Emails von Webber an Epstein tönen zynisch oder skandalös. So fragte er: «Was würde passieren, wenn man eine Minderjährige zum Zweck sexueller Handlungen transportieren würde – oder selbst mit der Absicht, Sex mit einer Minderjährigen zu haben, in einen Bundesstaat reisen würde, in dem das Schutzalter unter achtzehn Jahren liegt…?» Weiter schrieb Webber: «Und Ihre Intuition war richtig. Die Antwort lautet: Es liegt kein Gesetzesverstoss vor.» Dann diskutiert Webber «Gesetze zum Sextourismus … mit der ausdrücklichen Absicht, Sex mit Minderjährigen zu haben.» Epstein stand damals im Verdacht, ein 14-jähriges Mädchen für eine Massage bezahlt zu haben.

Nun erklärte Webber dem «Forward», er habe Epstein nie persönlich getroffen und habe lediglich Botschaften von Dershowitz übermittelt, der damals noch keine Computer oder Emails benutzt habe. Dershowitz hat diese Darstellung (in einer Email) bestätigt.

Der Fall endete mit einem für Epstein günstigen Vergleich. Laut Abrechnungsunterlagen dazu hat Webber 21.728 Dollar als Assistent von Dershowitz erhalten. Dershowitz liess den «Forward» wissen, er habe Webber für seine Arbeit bezahlt. Zudem habe Webber niemals Epstein getroffen: «Webber hat nichts falsch gemacht, und etwas anderes zu behaupten, nur weil er in einem kontroversen Fall recherchiert hat, ist reiner McCarthyismus.»

Webber trat 2021 dem Vorstand des Brandeis Center bei, nachdem er wichtige Positionen in der ersten Trump-Regierung innehatte und persönlich für Trump tätig gewesen war. Trump hat ihn 2021 für eine fünfjährige Amtszeit in den United States Holocaust Memorial Council berufen. 

Ein weiteres, nun publiziertes Dokument hält indes Antworten von Dershowitz auf Fragen eines Journalisten zu seinem Verhältnis zu Epstein und Vorwürfen fest, er habe Epsteins Haus in Palm Beach besucht, während sich dort mehrere nackte Mädchen aufhielten, und dass eines der Mädchen bei einer anderen Gelegenheit auf der Insel Little St. James zum Sex mit ihm gezwungen worden sei. Dershowitz bestritt die Vorwürfe und schrieb in dem Dokument, er habe das Haus nur wenige Male besucht – darunter einmal in Begleitung von Webber.

Als Student an der Harvard Law School hatte Webber erklärt, Dershowitz habe ihn dazu inspiriert, Anwalt zu werden. Er hat damals über den konfrontativen Stil seines Mentors gescherzt: «Briefe mit der Adresse `Arschloch, Harvard Law School´ kommen bei ihm an» (Link).

Andreas Mink