Libanons Präsident Joseph Aoun will trotz der sich weiter zuspitzenden Lage zwischen Israel und der Hizbollah an Gesprächen mit der israelischen Regierung festhalten.
«Verhandlungen sind sicherer als Krieg», sagte er vor einem Ausschuss der libanesischen Privatwirtschaft. Er betonte, Gespräche würden keine unmittelbaren Ergebnisse liefern, sondern benötigten Zeit.
Vorwürfe, Verhandlungen kämen einer Kapitulation gleich, wies Aoun zurück. Gespräche seien vielmehr ein Mittel, Kriege mit möglichst geringem Schaden zu beenden. Trotz möglicher Verzögerungen und Hindernisse halte die Regierung an ihrem Kurs fest. Krieg bringe keiner der beteiligten Seiten ein positives Ergebnis.
Israel warf er vor, die Umsetzung des Waffenstillstandsabkommens nicht ausreichend unterstützt zu haben. Nach den Vereinbarungen hätte Israel fünf weiterhin besetzte Positionen im Südlibanon räumen müssen. Stattdessen habe das Land seine Militäroperationen und den Beschuss von Ortschaften unter Berufung auf Selbstverteidigung fortgesetzt, sagte Aoun.
Israel und die libanesische Regierung hatten Mitte April erstmals eine Waffenruhe vereinbart. Die Hizbollah selbst lehnt Verhandlungen ab und setzt diese immer wieder einer Kapitulation gleich. Der Krieg ging trotz Waffenruhe weiter. In den letzten Tagen hat sich die Lage noch einmal deutlich zugespitzt. Morgen treffen sich erneut Vertreter der libanesischen und israelischen Regierung zu weiteren Gesprächen in der US-Hauptstadt Washington.