Das UN-Menschenrechtsbüro hat die israelische Gewalt im Gazastreifen verurteilt.
Allein in den vergangenen Tagen seien Dutzende Palästinenser getötet oder verletzt worden, darunter viele Kinder und Frauen.
Getroffen worden seien Wohnhäuser, ein Zelt für Vertriebene und andere dicht besiedelte Orte, teilte das Büro in Genf mit. Neun Monate nach der Verkündung einer Waffenruhe gebe es für die Menschen im Gazastreifen weiter keinen sicheren Ort, sagte ein Sprecher.
Israel argumentiert, dass es sich gegen Bedrohungen wehrt und die Angriffe Terroristen gelten.
Allein zwischen dem 13. und 20. Juli habe das UN-Büro mindestens 57 Todesfälle registriert, darunter sechs Kinder und acht Frauen. Insgesamt seien nach Angaben palästinensischer Behörden seit der im Oktober verkündeten Waffenruhe 1100 Menschen durch israelische Angriffe umgekommen. Das Büro hat 685 der Todesfälle verifiziert, darunter seien 283 Frauen und Kinder. Die Überprüfung weiterer Fälle sei im Gange.
Als Beispiel nennt das Büro Angriffe vom 17. und 18. Juli in Gaza-Stadt, im Zentrum und Norden des Gazastreifens sowie in Chan Junis. Dabei seien mindestens 21 Palästinenser getötet worden, darunter vier Kinder und drei Frauen. Bei einem Angriff auf eine Wohnung in Gaza-Stadt sei eine ganze Familie ums Leben gekommen: Vater, Mutter und drei Geschwister im Alter von acht, 15 und 17 Jahren.
Zivilisten gezielt anzugreifen, sei nach dem internationalen Völkerrecht ein Kriegsverbrechen, sagte der Sprecher. Das Büro fordert andere Staaten auf, dringend auf die Einhaltung der Waffenruhe zu dringen und Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen. «Die Verstösse, das Leid und das Elend, die den Palästinensern im Gazastreifen weiterhin zugefügt werden, dürfen nicht ignoriert werden», sagte der Sprecher.