USA 25. Jun 2026

USA «zu israelfreundlich»

Protest vor dem AIPAC-Hauptsitz vergangenes Jahr.

Fast die Hälfte der US-Amerikaner sind skeptisch.  

Die Unterstützung Israels in der amerikanischen Öffentlichkeit nimmt weiter ab. Laut einer neuen Umfrage des Instituts Quinnipiac sind 48 Prozent der US-Wähler der Ansicht, die Vereinigten Staaten unterstützten Israel «zu stark». Das ist der höchste Wert, seit die Frage erstmals gestellt wurde. Nur 7 Prozent meinen, Washington unterstütze Israel zu wenig, während 36 Prozent die aktuelle Politik als angemessen betrachten. 
Die Ergebnisse spiegeln einen breiteren Trend wider. Seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 und dem anschliessenden Gaza-Krieg haben sich die Einstellungen vieler Amerikaner gegenüber Israel deutlich verschlechtert. Mehrere Umfragen von Gallup und Pew Research zeigen, dass die Zahl der Amerikaner mit einer negativen Sicht auf Israel in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist. Erstmals seit Jahrzehnten äussern in Gallup-Erhebungen mehr Amerikaner Sympathien für die Palästinenser als für die Israelis. (Gallup.com)
Besonders ausgeprägt ist der Wandel bei jüngeren Wählern und bei den Demokraten. In diesen Gruppen überwiegen inzwischen deutlich kritische Haltungen gegenüber der israelischen Regierung und ihrer Kriegsführung. Gleichzeitig bleibt die Unterstützung für Israel unter Republikanern, evangelikalen Christen und amerikanischen Juden vergleichsweise hoch, wenn auch mit zunehmenden Generationenunterschieden. 
Die Quinnipiac-Umfrage entstand vor dem Hintergrund der jüngsten Spannungen zwischen Israel, Iran und den USA. Sie zeigt auch eine wachsende Skepsis gegenüber amerikanischen Militäreinsätzen im Nahen Osten. 60 Prozent der Befragten erklärten, der Krieg gegen Iran habe sich nicht gelohnt. 
Die Zahlen unterstreichen eine Entwicklung, die für Israel strategisch bedeutsam ist: Die traditionell breite, parteiübergreifende Unterstützung in den USA erodiert zunehmend und wird stärker von politischen, ideologischen und generationellen Gegensätzen geprägt. 
 

Redaktion