Tel Aviv 13. Mai 2024

Unklare Zukunft

Der Generalstabschef der IDF, Herzi Halevi, nimmt an einer Kranzniederlegung anlässlich des nationalen Holocaust-Gedenktages in der Gedenkhalle von Yad Vashem teil.

Israels Militärchef fordert Nachkriegs-Strategie für Gaza.

Der israelische Generalstabschef Herzi Halevi hat Medienberichten zufolge das Fehlen von Plänen für den Aufbau einer Zivilverwaltung im umkämpften Gazastreifen beklagt. Israels Armee müsse mangels einer politischen Strategie für die Zeit nach dem Krieg immer wieder an Orten im Gazastreifen wie zuletzt in Dschabalia im Norden kämpfen, die sie eigentlich zuvor eingenommen und aus denen sie sich zurückgezogen hatte. Das habe Halevi bei Sicherheitsberatungen mit Ministerpräsident Binyamin Netanyahu gesagt, hiess es in israelischen Medienberichten. «Solange es keinen diplomatischen Prozess gibt, um eine Verwaltung im Gazastreifen aufzubauen, die nicht der Hamas angehört, müssen wir immer wieder Kampagnen an anderen Orten starten, um die Infrastruktur der Hamas zu zerstören», wurde Halevi zitiert. «Es wird eine Sisyphusarbeit sein.»
Netanyahu hatte kürzlich im US-Fernsehen über die Zukunft des Gazastreifens gesprochen und gesagt, im Fall einer Niederlage der islamistischen Hamas in dem Gebiet werde es vermutlich «irgendeine Art Zivilverwaltung» geben, «möglicherweise mithilfe der Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien und anderen Ländern». Dabei gehe es um Staaten, die sich «Stabilität und Frieden» wünschten. Der emiratische Aussenminister Abdullah bin Sajid stellte jedoch am Samstag auf der Online-Plattform X klar, man werde sich an keiner möglichen Zivilverwaltung mit anderen Staaten beteiligen. Das Land werde sich in keine Pläne hereinziehen lassen, um «Deckung zu geben für Israels Präsenz im Gazastreifen». Netanyahu habe auch keine Befugnis, solch einen Schritt in die Wege zu leiten.

Redaktion