Ermittlungen zur Verbreitung von sexuellen Deepfakes und Holocaustleugnung.
Am Dienstagmorgen hat die Pariser Staatsanwaltschaft die Büros von X in der französischen Hauptstadt im Rahmen von Ermittlungen zur Verbreitung von sexuellen Deepfakes und Holocaustleugnung durchsucht. Kurz darauf sandte die Abteilung der Behörde für Cyber-Kriminalität eine Vorladung an X-Eigner Elon Musk und die ehemalige X-CEO Linda Yaccarino. An der Durchsuchung nahmen die französische Polizei und Europol teil.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen potenzieller Straftaten, darunter Beihilfe zum Besitz und zur Verbreitung von «kinderpornografischen Bildern», Verletzung von Persönlichkeitsrechten durch die Erstellung von «sexuellen Deepfakes», Leugnung von «Verbrechen gegen die Menschlichkeit» im Zusammenhang mit dem Holocaust und dem mutmasslichen, betrügerischen Abgreifen von Nutzer-Daten. Die Staatsanwaltschaft bezeichnet die Vorladung als Möglichkeit von freiwilligen Aussagen. Termin ist die Woche des 20. April (zufällig oder nicht das Datum von Hitlers Geburtstag).
Die Pariser Staatsanwaltschaft will zudem ihren eigenen Account auf X und stattdessen über LinkedIn und Instagram zu kommunizieren. Europol erklärte separat, die Polizeibehörde der Europäischen Union ermittele im Zusammenhang mit X zu «mutmasslichen Straftaten im Zusammenhang mit dem Betrieb und der Nutzung der Plattform, einschliesslich der Verbreitung illegaler Inhalte und anderer Formen der Online-Kriminalität».
X hatte die französischen Ermittlungen zuvor als «politisch motiviert» kritisiert und die Vorwürfe «kategorisch» zurück gewiesen.
X ist seit Jahren Ziel von Ermittlungen europäischer Länder und der Europäischen Union im Zusammenhang mit der Beeinflussung von Wahlen, der Verbreitung von Hassreden, Desinformation und neuerdings sexuelle Deepfakes. Dabei hat die EU 2025 eine Geldstrafe in Höhe von umgerechnet 140 Millionen Dollar gegen X verhängt. Ähnliche Ermittlungen laufen in Grossbritannien (Link).