Tel Aviv 09. Nov 2026

Über 400 Fälle von Gewalt gegen Kleinkinder

Die Leiterin einer privaten Kinderkrippe in der israelischen Siedlung Ariel im Westjordanland und zwei Betreuerinnen sollen 17 Babys und Kleinkinder misshandelt haben. 

Die israelische Staatsanwaltschaft hat am Sonntag beim Bezirksgericht in Lod Anklage gegen die Leiterin der Kinderkrippe «Luchik» und zwei Mitarbeiterinnen erhoben. Den drei Frauen im Alter von 37 bis 40 Jahren werden mehr als 400 Fälle von Misshandlung und körperlicher Gewalt gegen Kinder im Alter von sechs Monaten bis drei Jahren vorgeworfen.

Laut Anklage sollen die Beschuldigten den Kindern wiederholt die Atemwege mit Händen, Papier oder Stoff versperrt, sie geschüttelt und gewaltsam auf Matratzen gedrückt haben. Weitere Vorwürfe betreffen das enge Einwickeln und Fixieren der Kinder, Zwangsfütterungen sowie das unbeaufsichtigte Einsperren in einem dunklen Raum.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Frauen auch psychische Misshandlung vor: Andere Kinder hätten die Übergriffe wiederholt mitansehen müssen. Die Anklage beschreibt ein anhaltendes Muster schwerer Gewalt unter Ausnutzung der vollständigen Abhängigkeit der Kinder von ihren Betreuungspersonen. Die Staatsanwaltschaft beantragte, die drei Beschuldigten bis zum Abschluss des Verfahrens in Haft zu behalten.

Redaktion