Nahost 01. Jan 2026

Türkei geht gegen mutmassliche IS-Terroristen vor

Pro-palästinensische Demonstrierende in Istanbul.

Razzien im ganzen Land.

Am Mittwoch hat der türkische Innenminister Ali Yerlikaya auf Social Media die Verhaftung von 125, mutmasslichen Mitglieder des IS in 25 Provinzen bekannt gemacht, darunter Ankara. Die landesweite Operation folgt auf Zusammenstösse und Anschläge der islamistischen Terroristen, die auch im benachbarten Syrien wieder aktiver werden.

Die Razzien kommen nach zwei vorherigen Operationen in weniger als einer Woche. Am letzten Dienstag war es in der Stadt Yalova im Nordwesten des Landes zu einer Konfrontation zwischen Polizei und mutmasslichen IS-Mitgliedern gekommen. Dabei wurden drei Polizisten und sechs Terroristen getötet, allesamt türkische Staatsbürger. Anschliessend haben Sicherheitskräfte 357 mutmassliche IS-Mitglieder bei einer landesweiten Razzia festgenommen.

Laut Al Jazeera haben türkische Streitkräfte Operationen gegen IS-«Schläfer-Zellen» während der Feiertage intensiviert. Die Terror-Gruppe hat diese Zeit immer wieder für Anschläge im Land genutzt und etwa 2017 während der Silvesterfeierlichkeiten einen Nachtclub in Istanbul 39 Menschen ermordet. 

Der IS ist weiterhin in Syrien aktiv und verübt dort seit dem Sturz des Assad-Regimes vor einem Jahr zunehmend Anschläge. Dabei kamen im Dezember in der Stadt Palmyra zwei amerikanische Soldaten und ein Dolmetscher um. Das US-Militär hat anschliessend umfangreiche Angriffe gegen den IS im Zentrum und Nordosten Syriens durchgeführt und dabei etwa 25 Kämpfer der Gruppe getötet oder gefangen genommen (https://www.aljazeera.com/news/2025/12/31/turkiye-arrests-125-isil-suspects-in-new-raids-that-mark-widening-crackdown).
 

Andreas Mink