Washington 19. Mai 2026

Trump investiert in Palantir – und beeinflusste den Aktienkurs

Donald Trump

Analyse des Wirtschaftssenders CNBC.  

Zum Wochenende hat das U.S. Office of Government Ethics pflichtgemässe Angaben des US-Präsidenten über sein finanzielles Gebaren publiziert. Dabei wurden Tausende von Börsentransaktionen mit Aktien grosser Unternehmen vor allem im Tech- und KI-Bereich wie Alphabet, Meta, Oracle oder Nvidia bekannt, die eng mit der Regierung zusammenarbeiten – und deren Spitzen zuletzt mit Trump in China waren. 

Der Wirtschaftssenders CNBC nimmt Trumps Transaktionen mit Palantir-Anteilen unter die Lupe: am 10. April hatte der Präsident das nicht zuletzt für das Pentagon und andere US-Ministerien tätige Unternehmen auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social gepriesen, nachdem er Aktien erworben hatte. Laut den Unterlagen – die Transaktionen mit breiterem Rahmen und nicht exakten Summen angeben – hat Trump in den ersten drei Monaten des Jahres Aktien des mittlerweile in Miami ansässigen KI-Unternehmens im Wert von zweistelligen Dollar-Millionen erworben, darunter waren im März mindestens sieben Käufe mit einem Gesamtvolumen von bis zu 530.000 Dollar.

Als der Kurs aufgrund einer Schwäche der gesamten Software-Branche im April auf den tiefsten Stand innert eines Jahres einbrachen, erklärte Trump auf Truth Social: «Palantir Technologies (PLTR) hat bewiesen, über hervorragende Fähigkeiten und Ausrüstung für die Kriegsführung zu verfügen. Fragen Sie einfach unsere Feinde!!!» Berichten zufolge setzt das Pentagon Tools des Unternehmens zur Identifizierung von Zielen im Iran ein.

Aus den Unterlagen geht anscheinend hervor, das mehrere Palantir-Transaktionen Trumps nicht auf Empfehlung eines Brokers oder Finanzberaters erfolgten, sondern auf direkte Veranlassung des Präsidenten. Trump hat sein Privatvermögen im Gegensatz zu seinen Vorgängern nicht in einen «Blind Trust» gegeben, der rechtlich komplett von seiner Einflussnahme getrennt ist. Vielmehr wird sein bei Investment-Firmen liegendes Portfolio von der Familienfirma Trump Organization verwaltet, die von seinen Söhnen Eric und Don Jr. geführt wird. Ein Sprecher der Firma liess CNBC jedoch wissen, weder Trump noch seine Familie oder die Trump Organization hätten «irgendeine Rolle bei der Auswahl, Steuerung oder Genehmigung spezifischer Investitionen gespielt.»

Palantir reagierte nicht auf eine Anfrage um Stellungnahme. CEO Alex Karp ist laut dem Bericht «ein lautstarker Verfechter des US-Militärs». Im vergangenen Juni hat Palantir die Militärparade Trumps anlässlich des 250-jährigen Bestehens der US-Armee mit-gesponsert

Bemerkenswert an den Transaktionen ist, dass Trump durchweg «hoch gekauft und niedrig verkauft» hat. Nach seinem Lob für Palantir am 10. April stieg der Kurs zwar kurz, aber der Präsident – oder seine Broker – haben davon nicht profitiert (Link).

Andreas Mink