Mailand 17. Feb 2026

«Selbstbeschriebener Zionist»

Der Sitz von «RTS» in Genf. 

Schweizer Fernsehen entfernt kritischen Kommentar über israelisches Bobteam bei den Olympischen Spielen.  

Das Schweizer Fernsehen der Romandie «RTS» hat einen umstrittenen Kommentar aus seiner Online-Berichterstattung zu den Winterspielen in Mailand-Cortina 2026 entfernt, nachdem ein eigener Moderator während der Live-Übertragung des ersten Rennens des israelischen Zweier-Bobteams scharfe Kritik an Teamchef Adam «A.J.» Edelman geäussert hatte. 
Während der 57-sekündigen Sequenz am Montag nutzte der Sprecher Stefan Renna die Fahrt des Teams, um Edelman als «selbstbeschriebenen Zionisten» zu charakterisieren und dessen frühere, politisch aufgeladene Social-Media-Beiträge in Zusammenhang mit dem Krieg im Gazastreifen anzuführen. Renna stellte in Frage, ob ein Athlet mit solchen Ansichten den Olympischen Grundsätzen der politischen Neutralität entsprechen könne – ein Bezug, der nach Ansicht von Kritikern den Kontext einer reinen Sportberichterstattung deutlich verfehlte. 
«RTS» reagierte mit der Entscheidung, das Video von seiner Website zu nehmen. In einer Stellungnahme erklärte der Sender, die geäußerten Informationen seien zwar faktisch korrekt, aber «angesichts der Länge und des politischen Inhalts für einen Sportkommentar ungeeignet» gewesen. Der Moderator sei von weiteren Kommentaren zu dem Thema ausgeschlossen worden. 
Die Aussagen lösten international Kontroversen aus: Verteidiger des Kommentars lobten die offene Thematisierung, während andere, darunter der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, die Äusserungen als antisemitisch verurteilten. 
Edelman selbst, der mit seinem Team beim Olympia-Debüt den letzten Platz in der ersten Runde belegte, kommentierte die Situation gelassen. Er betonte den Stolz seiner Mannschaft und würdigte ihren historischen Auftritt trotz aller Schwierigkeiten. «Jeder kann etwas über uns sagen – aber nur, weil wir überhaupt hier sind», schrieb er auf sozialen Medien. Die Gesellschaft Schweiz-Israel wird bei der Ombudsstelle Beschwerde einlegen. 

Redaktion