Europa 04. Dez 2018

Schluss mit Gewalt gegen Frauen!

Die Europäische Kommission zeigt zum «Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen» Entschlossenheit.   

Anlässlich des «Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen» am 25. November hat die Europäische Kommission ihre Entschlossenheit bekräftigt, der Gewalt gegen Frauen und Mädchen ein Ende zu setzen. Unterstützung fand die Kommission bei dem israelischen Regisseur Ari Folman, der den Aufruf mit einem eigens produzierten Animations-Clip unterstreicht (Link). Folman wurde 2008 international durch seinen Animationsfilm «Waltz with Bashir» bekannt, der das Massaker an Palästinensern in den libanesischen Lagern Sabra und Shatila 1982 thematisiert.

 

Die Europäische Kommission bezeichnet Gewalt gegen Frauen als eine schwerwiegende Menschenrechtsverletzung, die auf der ganzen Welt immer noch weit verbreitet sei: «Die Wahrnehmung, dass es normal und in Ordnung sei, Frauen zu belästigen oder ihnen Gewalt anzutun, ist falsch und muss sich ändern. Wir sind alle in der Pflicht, nein zu sagen, uns offen gegen Gewalttaten oder Belästigungen zu stellen und den Opfern zur Seite zu stehen.»

 

Gewalt gegen Frauen komme überall vor: zu Hause, am Arbeitsplatz, in Schulen und Universitäten, auf der Strasse, in öffentlichen Verkehrsmitteln und im Internet. Jede Frau laufe Gefahr, ein Opfer zu werden: «Etwa die Hälfte aller Frauen in der Europäischen Union hat sexuelle Belästigung in verbaler, physischer oder virtueller Form erfahren. Laut Eurostat sind 80 Prozent der Opfer von Menschenhandel in der EU weiblich», so die Erklärung weiter.

 

Die Erklärung führt zudem Statistiken über die Verheiratung minderjähriger Frauen an. Demnach werden jährlich etwa 12 Millionen Mädchen unter 18 Jahren verheiratet. Diese werden häufig kurz nach der Hochzeit schwanger, brechen die Schule ab und sind einem höheren Risiko häuslicher Gewalt ausgesetzt als Frauen, die als Erwachsene heiraten. Mindestens 200 Millionen Frauen und Mädchen leben heute mit einer Genitalverstümmelung – eine Praxis, die es immer noch in etwa 30 Ländern gibt. Frauen auf der Flucht sind besonders gefährdet und anfällig für Missbrauch oder Gewalt.

 

Die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist ein zentrales Anliegen der «Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung». Die Europäische Union hat in den vergangenen zwei Jahren mehr als 1,5 Millionen weibliche Opfer von Genitalverstümmelungen mit Schutz- und Pflegeleistungen unterstützt.

 

Im letzten Dezember hat sich die EU mit der OECD, dem Europarat und UN Women auf ein internationales Vorgehen gegen Gewalt an Frauen geeinigt. Diese Zusammenarbeit wird derzeit ausgebaut und umfasst « Spotlight-Initiative»: eine globale, mehrjährige Initiative, zur Beseitigung aller Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Insgesamt hat die EU für ihr Engagement zum Schutz von Mädchen und Frauen bereits eine halbe Milliarde Euro bereit gestellt.

 

Ari Folman hat jüngst mit der Umsetzung des Tagebuches von Anne Frank als Animationsfilm begonnen (Link).

 

Andreas Mink