Iran-Krieg 06. Mai 2026

«Schlachtfeld als Foschungslabor»

Im April wird in Teheran, Iran, inmitten eines Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran ein symbolisches Modell einer iranischen Rakete ausgestellt.  

Revolutionsgarden nutzen Waffenfunde angeblich für Forschung und Entwicklung.  

Laut dem Regionalmedium «Amwaj» haben die Islamischen Revolutionsgarden Irans (IRGC) nach eigenem Bekunden seit Beginn des fragilen Waffenstillstandes mit den USA und Israel vor vier Wochen eine grosse Zahl nicht explodierter Bomben, Drohnen und Raketen der Angreifer geborgen. Darunter soll auch eine massive «Bunker-Buster-Bombe» vom Typ GBU-57 sein. Die Fundwaffen seien an Ingenieurs-Einheiten zu Untersuchungen und möglichen Nachbauten übergeben worden.

Iranische Analysten und staatsnahe Medien stellen die angeblich gemachte Beute als strategischen Glücksfall dar, also einen «kostenlosen Technologietransfer». Damit könnte die Schlagkraft der nächsten Generation iranischer Waffen deutlich erhöht und Kalkulationen der Gegner bei der Zielauswahl erschwert werden.

Korps-Einheiten in der südlichen Hafenstadt Bandar Abbas haben bereits am 26. April die Entschärfung von mindestens 15 schweren Fliegerbomber der Typen GBU und BLU bekannt gegeben. Insgesamt soll das Korps seit Beginn der Feindseligkeiten am 28. Februar mehr als 60 Flugkörper und Drohnen sichergestellt haben. Dazu sollen über 9.500 Stück Streumunition gekommen sein.

Staatsnahe Medien argumentieren, jede nicht explodierte Waffe stelle einen Forschungsgegenstand von hohem Wert dar. Iran habe das Schlachtfeld «faktisch in ein Labor der Rüstungsindustrie verwandelt». Die GBU-57 wird sogar als «Trophäe» für das «40-tägige Ausharren» der Islamischen Republik gegen US-amerikanische und israelische Angriffe gefeiert.

Hardliner des Regimes bringen anscheinend zudem einen gegenseitigen Wissensaustausch mit «Amerikas Rivalen» wie China und Russland auf Grundlage der Beute-Munition ins Spiel. Der eigentliche Wert der GBU-57 liege ohnehin nicht in der Bombe selbst – der Iran verfügt über keine B-2-Spirit-Bomber zu ihrem Einsatz –, sondern in der Erschliessung des Designs des Penetrator-Gefechtskopfs, des Zünders sowie der Leitsysteme. 

Diese Kenntnisse könnten womöglich auf Plattformen Irans für ballistische Raketen übertragen werden, um deren Fähigkeiten zur Durchdringung von Bunkern zu verbessern. Amerika steht derweil nach Regime-Ansicht vor der kostspieligen Aufgabe einer Entwicklung verbesserter Bunkerbrecher-Technologien, um allfällige Abwehr-Innovationen der Iraner zu überwinden (Link).
 

Andreas Mink