Jerusalem 06. Mai 2026

Netanyahu sorgt für Unruhe im Likud

Binyamin Netanyahu

Ein interner Machtkampf erschüttert den Likud  

Premierminister Binyamin Netanyahu besteht laut Medienberichten auf zehn reservierten Plätzen auf der Parteiliste – und riskiert damit eine massive Umwälzung innerhalb der Regierungspartei.
Der israelische Premierminister Netanyahu lehnt offenbar jeden Kompromiss bei der Aufstellung der Likud-Liste für kommende Wahlen ab und fordert die Kontrolle über zehn sichere Listenplätze. Ein hochrangiger Parteifunktionär bezeichnete die Situation als „völlig verrückt“ und warnte vor einem beispiellosen internen Umbruch. 
Sollte Netanyahu sich durchsetzen, müssten sämtliche Minister und Abgeordneten des Likud auf der nationalen Liste antreten; viele würden dabei ihre bisherigen sicheren Positionen verlieren. Schätzungen zufolge könnten rund 70 Prozent der aktuellen Mandatsträger künftig nicht mehr in die Knesset einziehen. 
Netanyahu erwägt laut Bericht sogar drastische Schritte, falls seine Forderungen nicht erfüllt werden – bis hin zu einem möglichen Antritt mit einer eigenen Liste. 
Hintergrund der Initiative ist offenbar die Sorge des Premiers über mangelnde Mobilisierung der Wählerschaft. Durch eine neu zusammengesetzte Liste, etwa mit prominenten Persönlichkeiten oder Angehörigen von Opfern des 7. Oktober, will er zusätzliche Unterstützung gewinnen. 
Ein Sprecher des Likud wies die Berichte jedoch zurück und sprach von „Fake News“. Netanyahu bleibe der Partei verpflichtet und werde sie in die kommenden Wahlen führen. 

Redaktion