Stiftung über 18 Millionen Dollar in Gedenken an den Nazi-Flüchtling und Erfinder Hans Jordan.
Die Brandeis University gibt eine Spende des emeritierten Professors Peter Jordan und dessen Gattin Barbara Palmer über 18 Millionen Dollar bekannt. Jordan hat bis 2011 über Jahrzehnte an Brandeis Chemie gelehrt. Die bedeutende Gabe soll die Forschung in theoretischer und physikalischer Chemie an der Universität unterstützen. Die Jordans wollen damit Hans Jordan ehren, den Vater des Professors, der als Nazi-Flüchtling in die USA kam und als Erfinder einer Maschine für die Zerkleinerung von Küchenabfall erfolgreich wurde.
Hans Jordan hatte sich laut «eJewishPhilanthropy» 1940 mit seinen Eltern in Kalifornien niedergelassen. Er war als Bauingenieur und an der Berliner U-Bahn beteiligt gewesen, fand in den USA jedoch zunächst aufgrund seines Alters, der jüdischen Herkunft und seiner Zuwanderung aus Übersee keine Arbeit. Im Krieg erhielt er eine Stelle als Ingenieur in der Rüstungsindustrie, ehe er sich mit einer optimierten Apparatur für Küchenabfall im Ausguss selbstständig machte.
Peter Jonas erinnert sich, seine Habilitation als Professor sei für seinen Vater ein Moment der Erfüllung gewesen. Er studierte mit einem Bachelor-Abschluss am California Institute of Technology, wurde an der Yale University promoviert und trat 1964 bei Brandeis ein. Dort konzentriere er sich fast ein halbes Jahrhundert lang auf theoretische biophysikalische Chemie, leitete zeitweise den Fachbereich Chemie und verfasste über 100 wissenschaftliche Artikel sowie ein Lehrbuch. Die Stiftung rührt aus dem Erbe des Vaters, aber auch einer guten Hand des Chemikers bei Börsen-Investitionen.
Jordans Ehefrau Barbara widmete ebenfalls einen Grossteil ihres Lebens der Ende der 1940er Jahre von Juden gegründeten und finanzierten Universität nahe von Boston und war als stellvertretende Dekanin, Registratorin und Leiterin der institutionellen Forschung tätig. Seit 2018 hat das Ehepaar auch Mittel für chemische Forschungen gestiftet. Laut dem Universitäts-Präsidenten Arthur Levine ermöglicht die neue Spende indes eine «Renaissance am Fachbereich Chemie– dadurch wird die Fakultät um weitere Dozenten erweitert. Brandeis kann diese neuen Professuren nutzen, um die fähigsten und vielversprechendsten Chemiker der Welt zu gewinnen. Wir können sie auch nutzen, um die besten Chemiestudenten der Welt anzuziehen» (Link).