Treffen des New Yorker Bürgermeisters mit zehn Geistlichen aus einem breiten Spektrum von Strömungen.
Am Montag gaben zehn jüdische Geistliche Zohran Mamdani bei einem gemeinsamen Treffen trotz höchst unterschiedlicher Ansichten zu Israel eine gemeinsame, deutliche Botschaft mit auf den Weg: Seine öffentlichen Verurteilungen Israels und Premier Binyamin Netanyahu schaden jüdischen New Yorkern und erschweren die Zusammenarbeit bei gemeinsamen Anliegen.
Laut dem «Forward» wurde diese Botschaft wurde während eines einstündigen, privaten Gesprächs im Rathaus übermittelt. Die Geistlichen repräsentierten Gemeinden der Reform-, konservativen, rekonstruktionistischen und modern-orthodoxen Bewegungen und waren einer Einladung Mamdanis gefolgt, ihre Sichtweisen zur Bekämpfung von Antisemitismus zu schildern.
Rabbiner Rick Jacobs teilte dem «Forward» als Präsident der Union for Reform Judaism anschliessend mit, die Teilnehmenden seien «einhelliger Auffassung» gewesen: Mamdani müsse verstehen, welche Auswirkungen seine häufige und scharfe Kritik an Israel habe – insbesondere seine Ankündigung, Netanyahu verhaften zu lassen, und sein Aufruf zu Protesten gegen das israelische Staatsoberhaupt bei dessen Besuch in der Stadt: «Alle waren sich einig, dass es so nicht weitergehen kann. Die Art und Weise, wie er Israel verteufelt – und das so beständig –, richtet wirklich Schaden an.» Selbst progressiven Rabbiner hätten «Bedenken hinsichtlich der Art und Weise hätten, wie er über Israel spricht» vorgebracht.
Trotz einer persönlich sehr kritischen Haltung Israel gegenüber, hätten Rabbiner Mamdanis Agieren «aus Verbundenheit mit Israel» kritisiert und ihn gedrängt, die Zusammenarbeit zwischen Israelis und Palästinensern hervorzuheben, die Komplexität der Lage in Israel, im Gazastreifen und im Westjordanland anzuerkennen und den öffentlichen Diskurs stärker auf Themen zu lenken, bei denen das Rathaus und jüdische Führungspersönlichkeiten kooperieren können.
Rabbiner Jon Leener von der modern-orthodoxen Prospect Heights Shul in Brooklyn bezeichnet ich indes als «stolzen Zionisten» und ist bim Thema Israel «vehement anderer Meinung als Mamdani». Er dem Bürgermeister «die aktuelle Lebensrealität jüdischer New Yorker: einige seiner Äusserungen zu Israel hätten dazu beigetragen, Spannungen anzuheizen – und das in einer Zeit, in der sich viele Juden zunehmend verletzlich fühlten».
Mamdani pflegt enge Beziehungen zu der chassidischen Satmar-Gemeinschaft, aber auch progressiven Gruppen, darunter den «Rabbis for Ceasefire», den «Jews For Racial & Economic Justice», «Bend the Arc» und «Jewish Voice for Peace».
Die Stadtverwaltung will laut dem Bericht Kontakte zu den verschiedenen Strömungen der jüdischen Gemeinschaft ausbauen, bevor Mamdani – voraussichtlich vor Rosch Haschana – eine umfassende Strategie zur Bekämpfung von Antisemitismus vorstellt. Zu dem Treffen gab Mamdanis Büro nur eine allgemeine Erklärung über einen nützlichen Gedankenaustausch ab. Er selbst hat angeblich kaum das Wort ergriffen (Link).