UNRWA 06. Nov 2019

Pierre Krähenbühl gibt Leitung ab

Pierre Krähenbühl

Der Generalsekretär des Palästinenserhilfswerks der Vereinten Nationen (UNRWA), Pierre Krähenbühl, legt sein Amt wegen einer Untersuchung zu möglichem Missmanagement vorübergehend nieder.

Eine interne Ermittlung habe Fragen zum Management-Stil von Pierre Krähenbühl, Generalsekretär des Palästinenserhilfswerks der Vereinten Nationen (UNRWA) aufgeworfen, teilte die UNRWA am Mittwoch mit. Details wurden keine genannt. Es gebe jedoch «Managementprobleme, die angegangen werden müssen». Während des vorläufigen Rückzugs von Krähenbühl würden offene Fragen weiter geklärt, um «geeignete Massnahmen» einleiten zu können. Vize-Chef Christian Saunders werde nun vorübergehend die Gesamtverantwortung übernehmen. In den vergangenen Monaten habe UNRWA eine eigene Untersuchung initiiert, um sicherzustellen, dass die Organisation «auf den höchsten Standards von Professionalität, Transparenz und Effizienz» agiere, hiess es.
Nach Bekanntwerden erster Vorwürfe im Sommer hatte Generalsekretär António Guterres betont, dass er die Arbeit von UNRWA für die palästinensischen Flüchtlinge als unverzichtbar ansehe und zugleich alle Uno-Mitgliedstaaten dazu aufgerufen, das Programm weiter zu unterstützen. Die Uno schliesst Betrug oder Unterschlagung von Hilfsgeldern aus. Das gehe aus ersten Untersuchungsergebnissen hervor, hiess es am Mittwoch aus dem Büro von Uno-Generalsekretär António Guterres.
Israel rief zur Veröffentlichung aller Untersuchungsergebnisse auf. Das Aussenministerium bekräftigte die Forderung nach einer grundlegenden Reform der Organisation. «Das Verhalten von UNRWA zeigt, dass die Organisation Teil des Problems und nicht Teil der Lösung ist», sagte Aussenminister Israel Katz. Die Organisation verewige das Flüchtlingsproblem und verhindere so jede Möglichkeit einer künftigen Lösung. Die UNRWA rutschte in eine finanzielle Krise, nachdem die USA im vergangenen Jahr entschieden hatten, ihre Zahlungen massiv zu kürzen. Die Vereinten Nationen hatten UNRWA 1949 gegründet, um palästinensischen Flüchtlingen zu helfen. Mittlerweile unterstützt dieses mehr als 5,5 Millionen Palästinenser.

Redaktion