Jerusalem 09. Sep 2026

Oberrabbiner beschimpft Generalstaatsanwältin

Der Oberrabbiner Israels, Yitzhak Yosef, wünscht der Generalstaatsanwältin eine göttliche Strafe weil diese staatlich finanzierte Wahlwerbung vermeiden will. 

Der frühere sephardische Oberrabbiner Israels und geistliche Führer der ultraorthodoxen Schas-Partei, Yitzhak Yosef, hat Generalstaatsanwältin Gali Baharav-Miara scharf angegriffen und ihr göttliche Bestrafung gewünscht.   

In seiner wöchentlichen Predigt bezeichnete Yosef die Juristin als «böse» und «verrückt». Gott möge sie «vernichten» und ihr «einen Schlag versetzen», sagte der Rabbiner.
Auslöser war Baharav-Miaras Entscheidung, eine staatlich finanzierte Gedenkveranstaltung für Yosefs Vater, den 2013 verstorbenen Schas-Gründer und früheren Oberrabbiner Ovadia Yosef, auf die Zeit nach der Knessetwahl vom 27. Oktober zu verschieben. Die Generalstaatsanwältin begründete dies mit der Gefahr unzulässiger Wahlwerbung. Das Religionsministerium und die Jerusalemer Stadtverwaltung hatten die Veranstaltung in den vergangenen beiden Jahren mit insgesamt rund vier Millionen Schekel finanziert.
Yitzhak Yosef forderte dazu auf, die Entscheidung zu ignorieren. Die Bewegung für eine Qualitätsregierung verlangte daraufhin eine strafrechtliche Untersuchung. Yosefs Äusserungen könnten als Anstiftung zu Gewalt gegen die Generalstaatsanwältin verstanden werden. Kritik an ihren Entscheidungen sei legitim, dürfe jedoch nicht in Drohungen umschlagen. 

Redaktion