Bayern 09. Sep 2026

Adidas entschuldigt sich

Omar Halive, der im Gazastreifen sein Bein verlor - Palästinenser, die bei israelischen Angriffen Gliedmassen verloren haben, protestieren gegen die Kampagne von Adidas.

Grund ist eine Kampagne mit israelischem Kriegsversehrten.  

Der deutsche Sportartikelhersteller Adidas hat sich nach Boykottaufrufen pro-palästinensischer Aktivisten für eine Werbekampagne mit dem israelischen Veteranen Shalev Biton entschuldigt. Biton hatte 2021 während seines Militärdienstes durch eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete sein linkes Bein verloren.
Die Kampagne warb in israelischen Adidas-Geschäften für den «Single Shoe»-Service des Unternehmens. Dieser ermöglicht Menschen mit Amputationen, einen einzelnen Schuh zum halben Preis eines Paares zu kaufen. Biton war einer von elf Sportlern mit Behinderung, die auf den Plakaten zu sehen waren.
Pro-palästinensische Aktivisten kritisierten die Einbeziehung des früheren Soldaten und verwiesen auf Tausende Menschen, die infolge des Krieges im Gazastreifen Gliedmassen verloren haben. Auch der spanische Schauspieler Javier Bardem verbreitete Boykottaufrufe gegen Adidas. Dabei wurde Biton teilweise als Kriegsverbrecher bezeichnet, obwohl seine Verwundung bereits im Mai 2021 erfolgte: Eine aus Gaza abgefeuerte Panzerabwehrrakete traf sein Militärfahrzeug auf israelischem Gebiet. Ein weiterer Soldat wurde dabei getötet.
Adidas erklärte, das von der israelischen Niederlassung verwendete Bild habe «Besorgnis und starke Reaktionen» ausgelöst. Es sei nie die Absicht gewesen, jemanden zu verletzen; das Unternehmen entschuldige sich bei allen Betroffenen. Zugleich betonte Adidas, bei der Werbung habe es sich um eine lokale Aktion und nicht um eine internationale Kampagne gehandelt.
Biton berichtete unterdessen von einer «wahnsinnigen Welle des Hasses» und massenhaften Meldungen seiner Social-Media-Konten. Unterstützer warfen Adidas vor, dem Druck einer gegen einen behinderten Israeli gerichteten Kampagne nachgegeben zu haben. Der «Single Shoe»-Service wird nach Angaben des Unternehmens inzwischen in Europa, Asien und im Nahen Osten ausgebaut – darunter auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Libanon, Saudi-Arabien und den palästinensischen Gebieten.  
 

Redaktion