Angebliche Gewinne von rund 400 Millionen Dollar.
Mit zehn Tagen als Presse-Sprecher Trumps im Juli 2017 hat Anthony Scaramucci einen denkbar kurzen Abstecher in die Politik unternommen. Zuvor und nach seiner Entlassung war – und ist – der heute 62-Jährige an der Wall Street aktiv und in US-Medien präsent. Von daher findet ein aktueller Beitrag Scaramuccis auf X breites Interesse. Es geht um «äusserst verdächtige Handelsaktivitäten nur eine Stunde vor Trumps Ankündigung eines fünftägigen Moratoriums für Angriffe auf den Iran» am vorigen Montag (Link).
Scaramucci zufolge erwarben Insider binnen Minuten E-mini-Futures-Kontrakte auf den S&P mit einem Nominalwert von 1,5 Milliarden Dollar. Dies entsprach etwa dem vier- bis sechsfachen des üblichen Marktvolumens. Zeitgleich erfolgte der Kauf von Rohöl-Futures im Wert von 192 Millionen Dollar: «Sie haben mit diesen Geschäften zwischen 300 und 400 Millionen Dollar verdient», so Scaramucci.
Er unterstellt Trump zudem, ein Telefonat mit einem iranischen Regierungsvertreter erfunden zu haben, um das marktbewegende Moratorium zu rechtfertigen. Von Scaramucci nicht namentlich identifizierte Personen würden «Hunderte um Hunderte von Millionen Dollar durch den Handel auf der Grundlage von Informationen scheffeln, die ausschliesslich im Inneren des mächtigsten Amtes der Welt existieren.» Dies sei keine Politik mehr, sondern «eine Finanzoperation, die direkt aus dem Weissen Haus heraus gesteuert wird.»
Die Vorwürfe kommen nach Enthüllungen über unheimlich gut getimte Online-Wetten auf militärische Entscheidungen Trumps zunächst in Venezuela und dann Iran. Jüngst geriet zudem Pete Hegseth in die Kritik, nachdem Berichte aufgetaucht waren, wonach ein Broker des «Kriegsministers» versucht hatte, Millionenbeträge in Rüstungs-ETFs zu investieren – Tage vor dem Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe auf Iran. Das Pentagon wies diese Berichte vehement als «frei erfunden» zurück (Link).